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Die Woche in der Region: Unruhige Zeiten: Ein Mord, zwei Bomben, zwei Urteile

Die Woche in der Region : Unruhige Zeiten: Ein Mord, zwei Bomben, zwei Urteile

Die Ordnungshüter hatten diese Woche in der Region viel zu tun. In Kaarst hält derzeit ein mysteriöser Mord die Polizei in Atem, Bombenentschärfungen in Neuss und Krefeld sorgten für Chaos auf den Straßen. Und auch die Gerichte verhandelten in spektakulären Fällen.

In der Nacht zu Donnerstag wurde die Leiche von Daniel D. aus Dormagen in einem schwarzen Auto an einer Landstraße in Kaarst entdeckt. Der 35-Jährige wurde mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen — das hat die Polizei bisher ermittelt. Die Hintergründe der Tat blieben bis Freitag aber rätselhaft. Fest steht nur, dass der Fundort auch der Tatort ist. Das bestätigte die Polizei in einer Pressekonferenz am Freitag. Außerdem schließen die Beamten aus, dass Daniel D. sich die Verletzungen selbst zugefügt hat. Ermittelt wird nun wegen vollendeten Totschlags oder sogar Mord. Ob und wann der Fall aufgeklärt werden kann ist allerdings noch vollkommen unklar.

Zu den Akten gelegt wurde hingegen in dieser Woche der Fall Lucan aus Düsseldorf. Neun Jahre nach dem Mord an der damals 27-jährigen Susanne Lucan, hat das Landgericht am Mittwoch den früheren Freund des Opfers freigesprochen. Wichtige Indizien, die bisher auf den 39-Jährigen als Täter hingedeutet hatten, wurden im Prozess entkräftet. Die Mutter des Opfers wandte sich direkt an den Angeklagten. "Wenn du es warst, wirst du damit leben müssen." Ihr Anwalt Jochen Strauß hatte zuvor deutlich gemacht, dass die Nebenklage zwar die Unschuld des Angeklagten bezweifelt, aber akzeptiere, dass dies für eine Verurteilung nicht ausreiche.

Ausreichende Beweise führten hingegen im Prozess um den Kofferdieb, der im September für eine Evakuierung des Düsseldorfer Flughafens gesorgt hatte, zu einer Verurteilung. Der Mann hatte einen Koffer gestohlen und darin verstaute Backzutaten für Drogen gehalten. Daraufhin ließ er das Gepäckstück einfach am Flughafen stehen — der Einsatz eines Bombenräumkommandos war die Folge. Der Flugverkehr kam zum Erliegen. Nun muss er für acht Monate ins Gefängnis, der Airport verklagt den Mann auf Schadensersatz.

Von einer Bombenentschärfung war der Düsseldorfer Flughafen auch am Donnerstag betroffen. Allerdings handelte es sich dabei um eine Weltkriegsbombe, die in Neuss gefunden wurde und für Probleme sorgte. Weil der Fundort in einer Linie mit einem Flugkorridor des Airports lag, mussten einige Flüge nach Köln umgeleitet werden. Die Entschärfung hatte aus mehreren Gründen mit Verzögerung begonnen: Mehrmals sind aus einem Polizeihubschrauber Menschen in den Sicherheitszonen gesichtet worden. Auch die Räumung zweier Altenheime mit vielen bettlägerigen Bewohnern hat offenbar länger gedauert. In der Stadt hatte die Entschärfung kurzeitig für Verkehrschaos gesorgt.

Glimpflicher verlief eine Entschärfung am Mittwoch in Krefeld. Dort wurde eine fünf Zentner schwere Bombe unter einem Teich in einer Kleingartensiedlung gefunden — 1800 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. "Schlimmster" Zwischenfall: ein Wortgefecht zwischen einer Mutter, die zum Kinderarzt wollte, und einem Polizisten, der die Straße absperrte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Erschlagen: Toter an Kreisstraße gefunden

(anch)