Nach Unfall auf der A555 1. FC Köln befreit Nachwuchsspieler vom Spielbetrieb

Köln · Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem tödlichen Unfall auf der A555 wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und Teilnahme an einem verbotenen Autorennen gegen zwei Nachwuchsspieler des 1. FC Köln. Der Klub befreite die Spieler am Dienstag vom Spielbetrieb – und betont die Unschuldsvermutung.

 Ein Auto geriet durch den Unfall am Freitagabend in Brand. Die beide Insassen überlebten nicht.

Ein Auto geriet durch den Unfall am Freitagabend in Brand. Die beide Insassen überlebten nicht.

Foto: dpa/Sascha Thelen

Nach aktuellen Erkenntnissen waren zwei U21-Spieler des 1. FC Köln an dem Unfall auf der A 555 beteiligt. Das bestätigte der Club am Montag auf Anfrage unserer Redaktion. Am Dienstag wurde bekannt, dass der 1. FC Köln „die beiden Unfallbeteiligten, um seiner Fürsorgepflicht nachzukommen, bis auf Weiteres vom Trainings- und Spielbetrieb befreit und ihnen weitergehende Unterstützung angeboten“ habe. Das teilte der Verein am Dienstag mit. Zudem betont der Verein, dass weiterhin die Unschuldsvermutung für beide Spieler gilt.

Weitere Angaben dazu machte der Verein zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft hat aber inzwischen Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen gegen die beiden 20-Jährigen aufgenommen. „Beide kennen sich offenbar, weil sie zusammen Fußball spielen“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Ihre Führerscheine wurden sichergestellt worden. Die beiden sollen am Freitag auf dem Rückweg vom Regionalliga-Heimspiel gegen Fortuna Köln gewesen sein.

Die Polizei Köln hat zur Aufklärung des Falles eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Derzeit werden Zeugen vernommen, Mobiltelefone und Unfallspuren ausgewertet. Ein Unfallrekonstruktionsgutachten ist in Auftrag gegeben worden. „Weiteres kann zu diesem frühen Ermittlungszeitpunkt nicht mitgeteilt werden“, sagte Bremer.

Nach dem tödlichen Unfall zwischen Köln und Bonn am Freitagabend ist die Identität der beiden Getöteten nach wie vor ungeklärt. Rechtsmediziner müssen unter anderem noch einen DNA-Abgleich vornehmen, wie Bremer sagte. Zwei Insassen eines VW Polo sind im Auto verbrannt. Mindestens zwei weitere Personen wurden nach Angaben der Polizei leicht verletzt. Zwei weitere Fahrzeuge wiesen an den Seiten Unfallschäden auf, die laut Polizei darauf hindeuten, dass die Autos sich auf der Fahrt berührt haben. Ein Frontschaden an einem Wagen lasse auf einen Aufprall auf das Heck des Kleinwagens schließen. Der Polo hatte sich laut Spurenlage gedreht und Feuer gefangen.

In den beiden anderen Autos – Audi und Mercedes – waren insgesamt vier Männer um die 20 Jahre: Die beiden FC-Spieler als Fahrer und zwei Beifahrer. Die Polizei stellte neben den Mobiltelefonen auch die Fahrzeuge sicher. Der Mercedes-Fahrer war vom Unfallort geflüchtet, hatte sich aber kurz darauf bei der Polizei gestellt. Zeugen werden gebeten, sich unter 0221-229-0 zu melden. Insbesondere werden weiterhin Autofahrer gesucht, die Angaben zur Fahrweise des silbernen Audi und des silbernen Mercedes machen können. Relevant ist ein Zeitfenster zwischen etwa 23.20 und 23.30 Uhr am Freitagabend in Höhe der Anschlussstelle Wesseling.

(hsr/kag)
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