Besuchenswerte Ziele in der Nähe Fast 400 Tourismus-Schilder an Autobahnen in NRW

Krefeld/Hamm · Wer auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen fährt, wird vielerorts auf touristische Ziele hingewiesen. Das Interesse daran ist in den Regionen weiter groß.

 Ein Straßenobermeister überprüft im März 1998 auf der Autobahn A1 zwischen Ahaus und Münster das damals frisch aufgestellte Hinweisschild auf das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster. (Archivfoto)

Ein Straßenobermeister überprüft im März 1998 auf der Autobahn A1 zwischen Ahaus und Münster das damals frisch aufgestellte Hinweisschild auf das Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster. (Archivfoto)

Foto: dpa/Uta Rademacher

Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster, Metropole Ruhr, Weltkulturerbe Kölner Dom oder Nationalpark Eifel: Knapp 400 touristische Hinweisschilder stehen entlang der Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Die brauen Tafeln sollen Reisende auf mögliche Ziele in der Nähe hinweisen. Während im bayerischen Straubing der Stadtrat den Abriss zweier touristischer Hinweisschilder an der A3 aus Kostengründen beschlossen hat, liegen den Niederlassungen Rheinland und Westfalen der Autobahn GmbH keine Anträge auf einen Abbau vor. Im Gegenteil: Bei der Autobahn GmbH Rheinland gibt es einen Antrag auf ein zusätzliches Schild an der Autobahn, sagte ein Sprecher ohne Details zu nennen.

Auch der Landkreistag Nordrhein-Westfalen berichtet nach Rückmeldungen von Kreisen, dass Interesse bestehe, eher noch mehr touristische Hinweisschilder aufzustellen, um Autofahrer auf Sehenswürdigkeiten in der jeweiligen Region hinzuweisen. Wer ein Schild wolle, das ein wichtiges Instrument zur Tourismusförderung sei, müsse einen Antrag stellen und die Kosten übernehmen. Allerdings müssten für die Errichtung eines solchen Schildes auch viele Kriterien erfüllt werden. Das sei aufwendig und zuweilen auch schwierig, sagte eine Sprecherin des Landkreistages. So sprach der Kreis Lippe bei dem Hinweisschild für die Externsteine an der A2 im Jahr 2021 von einem Kraftakt und von einem Ausdauerbeweis.

Die Niederlassungen der Autobahn GmbH erläutern: Die Schilder dienten als Hinweis auf touristisch besonders bedeutsame Ziele, die entweder von der Autobahn aus sichtbar seien oder grundsätzlich nicht weiter als 10 Kilometer (Luftlinie) von einer Autobahnanschlussstelle entfernt liegen. In Ausnahmefällen könnten auf Ziele mit herausragender touristischer Bedeutung auch bei einer größeren Entfernung hingewiesen werden. Es soll eine ganzjährige öffentliche Zugänglichkeit mit üblichen täglichen Öffnungszeiten geben. Außerdem sollen eine befestigte Zufahrtsstraße, ausreichenden Parkraum und ein verkehrssicherer Fußweg zum Ziel vorhanden sein, erklärten die Niederlassungen unter anderem zu den Bedingungen.

In Bayern weisen an der A3 Tiger und Tuka auf den Tiergarten in Straubing hin. Die 2001 aufgestellten Autobahn-Schilder müssen der Autobahn GmbH zufolge ausgetauscht werden, was um die 83.000 Euro kosten würde, wie Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) im Stadtrat mitgeteilt hatte. Alternativ würden die zwei Schilder auf Kosten der Stadt von der Autobahn GmbH abgebaut. Das würde etwa 10.000 Euro kosten. Die Stadträte entschieden sich vor wenigen Tagen für den Abriss. Allerdings liefen noch Gespräche mit der Stadt, wie die Niederlassung Südbayern der Autobahn GmbH erklärte. Nun werde geprüft, ob man die Schilder nur in Teilen erneuern könnte. Dann müsste die Stadt das Risiko tragen, dass die Schilder vielleicht in fünf oder acht Jahren doch getauscht oder entfernt werden müssten.

Laut den Niederlassungen in NRW haben die Schilder eine theoretische Nutzungsdauer von 15 Jahren. Ob sie erneuert werden müssen, hänge aber vom Zustand ab, der von den Autobahnmeistereien überprüft werde. Dazu gehörten Sichtbarkeit und Standfestigkeit. „Es werden immer wieder Schilder abgebaut, auch weil das Ziel, auf das hingewiesen wird, nicht mehr existiert. Es kommen aber auch neue Schilder hinzu, da neue Ziele entstehen“, erklärte eine Sprecherin. Die Maße des Verkehrsschildes „VZ386.3“ seien in der Regel 3,6 mal 2,4 Meter. Diese Vorgabe gelte seit 2008 unverändert. Grundsätzlich sei es für jeden möglich, eine touristische Unterrichtungstafel zu beantragen. Mit der Antragstellung erhalten die Antragsteller einen Fragebogen und eine formlose Kostenübernahmeerklärung, hieß es.

Einem Sprecher der Autobahn GmbH in Berlin zufolge wurde das erste braune Hinweisschild in Deutschland in den 1980er-Jahren aufgestellt. Motiv war die Burg Teck bei Stuttgart. Die Zahl der Schilder werde bundesweit auf rund 3400 geschätzt, eine genaue Übersicht sei im Aufbau. Bundesweit gültige Regularien für die Schilder gibt es den Angaben nach seit 1988.

Der ADAC bewertet die Schilder als eine Bereicherung auf langen Fahrten. Er sieht darin keine Gefahr, sofern es nicht zu viele Tafeln in zu kurzen Abständen sind. Durch die braune Farbe könnten sie gut von anderen Verkehrszeichen unterschieden werden. Üppige und grelle Werbung würde deutlich stärker ablenken. Darauf wies auch der ADAC Nordrhein hin.

(albu/dpa)
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