Tornado in Roetgen bei Aachen: Augenzeuge berichtet von der Verwüstung

Augenzeuge aus Roetgen berichtet: „Das Schlimmste war das Geräusch des Tornados“

Tornado fegt durch Roetgen bei Aachen

Ein Tornado hat in der Eifel-Gemeinde Roetgen gewütet. Fünf Menschen wurden leicht verletzt, 35 Häuser beschädigt. Marco Wilms hat das schwere Unwetter miterlebt.

„Als der Sturm aufzog, saß ich am Wohnzimmertisch und habe Rechnungen geschrieben“, erzählt Marco Wilms. Als der Tornado näher kam, lief er ins Schlafzimmer, stellte sich ans Fenster und nahm ein Video auf. „Das war wirklich dramatisch. Meine Knie haben gewackelt. Ich habe nur gedacht: Hoffentlich zieht der Tornado nicht auf unser Haus zu, sondern dreht ab in Richtung Wald.“

Tatsächlich drehte der Sturm nach etwa zwei Minuten ab. „Leider hat es dann andere Häuser in Roetgen getroffen“, sagt er. Der kurze, heftige Tornado deckte in dem Ort an der Grenze zu Belgien Dächer ab und beschädigte rund 35 Häuser. Zehn Häuser davon seien vorerst nicht mehr bewohnbar, sagte ein Feuerwehr-Sprecher am Mittwochabend. Zum Glück sei niemand schwer verletzt worden, sagte Wilms.

„Das Allerschlimmste war jedoch das Geräusch des Tornados“, erzählt der 35-Jährige. „Es war so ein Zischen. Das bekomme ich nicht aus dem Kopf.“

Marco Wilms lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Roetgen, wo er eine Metzgerei betreibt. „Wenn es unseren Laden getroffen hätte, hätten wir heute ganz sicher nicht geöffnet.“ So aber öffnete er auch am Donnerstag wieder. „Gesprächsthema Nummer eins war natürlich das Unwetter. Ein Mann kam zu mir in den Laden. Er hat in einer Minute sein Haus verloren.“

Der Tornado deckte zudem das Hausdach von Wilms’ Tante ab. „Der Sturm hat dort völlige Verwüstung angerichtet.“ In ihrem Garten sei eine uralte Eiche umgestürzt. Noch schwerer traf es die Randgebiete des Orts. „Der Wald sieht aus, als wären dort Panzer durchgefahren.“

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