Dieses Mal hielt er durch Tiktoker Sean läuft in Badeschlappen 100 Kilometer zum Parookaville-Festival

Düsseldorf · Der Tiktoker Sean wollte Anfang Juli in Badeschlappen von Lüdenscheid ans holländische Meer laufen und scheiterte. Zusammen mit dem Radiosender „1 Live“ startete er am Mittwoch einen zweiten Versuch. Dieses Mal ging alles glatt.

 Der 18-jährige Tiktoker Sean und Daniel Danger von 1 Live haben nach einem 100-Kilometerlauf das Parookaville-Festival in Weeze erreicht.

Der 18-jährige Tiktoker Sean und Daniel Danger von 1 Live haben nach einem 100-Kilometerlauf das Parookaville-Festival in Weeze erreicht.

Foto: dpa/Marius Becker

Anfang Juli machte der 18-jährige Tiktoker Sean Schlagzeilen, weil er von seiner Heimat Lüdenscheid aus in Badeschlappen rund 360 Kilometer bis ans holländische Meer laufen wollte. Auf dem Tiktok-Kanal „Quer in den Westen“ dokumentierte er seine Reise - und auch sein Scheitern. Im letzten Video (vom 4. Juli 2022) verkündete er, ihm fehle ein angemessener Schlafplatz, er habe einen Sonnenbrand und Schulterschmerzen vom Gewicht seines Rucksacks und würde die Tour abbrechen. Gleichzeitig kündigte er jedoch an, den Lauf noch diesen Sommer nachzuholen.

Und nun meldete sich Tiktoker Sean tatsächlich mit einer neuen Challenge zurück: Zusammen mit 1-Live-Moderator Daniel Danger wollte er in zwei Tagen 100 Kilometer in Badeschlappen von Köln zum Parookaville-Festival in Weeze laufen. Auf TikTok präsentierte Sean am Mittwoch sein Zubehör für den Fußmarsch: Neben Hygieneartikeln, Kleidung, einer Cap wegen der Sonne und Ladekabeln gehören auch eine „schnelle Brille für 5 km/h mehr“ und Toilettenpapier. Das wichtigste Zubehör, die Adiletten, durfte natürlich auch nicht vergessen werden.

Erstes Etappenziel: Viersen

Die beiden starteten ihre Reise, natürlich in Adiletten, am Mittwochmorgen (20. Juli 2022) und hatten sich die circa 60 Kilometer entfernte Stadt Viersen als erstes Etappenziel gesetzt. Im Laufe ihres Fußmarsches meldeten sie sich mehrmals auf TikTok oder dem Instagram Kanal von „1 Live“ zu Wort. Während sich Sean wacker schlug, fing Danger Dan schnell an zu meckern: Er hatte seine Badeschlappen anders als Sean vorher nicht eingelaufen und klagte über Druckstellen an den Füßen. Mehrere Stunden ging es über Feldwege, aber mit Seans Brille „5 km/h schneller“. Auch Daniel Danger hatte mit der Hitze zu kämpfen: „Super Timing, Wasser leer, ich fühl mich, als ob wir in der Wüste wären.“ Aber die Rettung nahte: Marina und Benni brachten Schokoküsse als Wegzehrung. „Zucker und Schokolade sind das Beste, was es gibt“, wusste Marina. “Wir müssen uns doch beim Parookaville treffen“, erklärte sie ihren Einsatz.

Nach der Halbzeit, rund 30 Kilometern, war bei Sean „noch ordentlich Tank drin“. Angesprochen auf seinen Zustand reagierte Daniel Danger hingegen nur mit einem knappen „geht“. Danger war aber dankbar für die während des Fußmarsches erhaltene Unterstützung: Bananen, Wassereis, isotonische und alkoholische Drinks seien ihnen angeboten worden. Danger appellierte: „Gebt uns bitte weiter Sachen.“

In Mönchengladbach angekommen, gab es zwar nach wie vor keine Änderung beim Schuhwerk, dafür aber beim Wetter. Statt Sonne hieß es jetzt Regen. „Wie freuen uns sehr auf die Dusche und das Bett. Ich glaube unsere Füße sagen das auch. Wir können gar nicht mehr“ , sagte der sichtlich erschöpfte Sean. Daniel Danger ergänzte ironisch: „Bei dem Regen den Schmerz rauslaufen“.

Nach 14 Stunden und 77.000 Schritten hatten die beiden schließlich ein Hotel in Viersen erreicht. „Ich bin mega stolz auf mich und Daniel. Wir sind auf einem richtig guten Weg“, sagte Sean. Zur Stärkung nach dem anstrengenden Tag genehmigte er sich noch eine Pizza mit Pizzabrötchen. Dieses Mal scheiterte es also nicht wie bei seinem ersten Versuch an einer fehlenden Unterkunft.

Daniel Danger blieb nach dem ersten Tag des Fußmarsches hingegen vor allem eine Sache in Erinnerung: das klatschende Geräusch der Adiletten. „Davon werde ich, glaube ich, noch Jahre träumen.“

Das Ziel naht

Das Ziel für den zweiten Tag des Fußmarsches war eindeutig: das 40 Kilometer entfernte Parookaville erreichen. Keiner von beiden verweigerte die Forsetzung des Fußmarsches. Statt sich im Hotel auszuruhen, hieß es am Donnerstag (21.07.) also wieder laufen. Sean und Daniel Danger machten sich tapfer auf den Weg. Und das obwohl der erste Tag Spuren hinterlassen hatte. Während sich Sean für den zweiten Tag optimistisch zeigte, sagte Daniel: „Wenn die Füße nicht wären, würde ich auch sagen, wir schaffen das.“ Beide haben mit Blasen an den Füßen zu kämpfen. Auch an Tag zwei wurden sie dank der Bekanntheit ihres Vorhabens immer wieder mit Proviant versorgt. Dieses Mal bereitete die Sonne keine Probleme, dafür schüttete es ordentlich. Ein „Regenschirm hilft enorm“, so Sean. Zwischenzeitlich nutzten die beiden sogar die Kofferaumklappe eines Autos, das langsam vor ihnen fuhr, als Regenschutz. Unter dem Regen litten auch Seans Adiletten: „Die Schuhe sind klitschnass, die haben auch schon ein bisschen geschaumt.“ Der anhaltende Regenschauer sorgte zunehmend für Frust. „Das Wetter ist extremst eklig, es wird langsam kalt an den Beinen“, beklagte Sean. Mit einem Regencape ausgestattet sprach er aber von einem „eisernen Willen“. Während Daniel den Schmerz immer noch „rausläuft“, hatte Sean keine Schmerzen zu beklagen. Fünf Kilometer vor dem Ziel konnten beide laut eigener Aussage die Musik schon hören. „Ich hoffe, es ist Parookaville und keine Disco in Holland“, scherzt Daniel Danger.

Um kurz nach 19 Uhr dann die erlösende Nachricht. Sie sind erfolgreich beim Parookaville-Festival angekommen. In Anlehnung an die zahlreichen Kommentare, bei denen Follower scherzhaft Gründe für einen Abbruch nannten, sagte Sean: „Ich muss die Tour leider abbrechen, weil wir sind auf dem fucking Parookaville.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort