Tiktoker aus Lüdenscheid 18-Jähriger will in Adiletten ans Meer laufen – und gibt nach einem Tag auf

Lüdenscheid · Ein Tiktok-Nutzer aus Lüdenscheid hatte sich Großes vorgenommen. Er wollte zu Fuß von Lüdenscheid bis ans holländische Meer laufen. Doch bereits am ersten Tag endete das Vorhaben. Woran der 18-Jährige scheiterte.

 Wuppertal war das erste Etappenziel des 18-Jährigen.

Wuppertal war das erste Etappenziel des 18-Jährigen.

Foto: dpa-tmn/Malte Reiter

Ein 18-Jähriger hat mit einem gewagten Vorhaben Millionen von Menschen in seinen Bann gezogen. In seinem ersten Video auf seinem Tiktok-Kanal „Quer in den Westen“ stellte er sich und sein Vorhaben direkt vor: Nach dem Abbruch seines Studiums möchte er quer in den Westen laufen. Ziel: das holländische Meer, welches ungefähr 360 Kilometer entfernt sei. Seine Tour startete er in Lüdenscheid und machte das 35 Kilometer entfernte Wuppertal als erstes Etappenziel aus. Statt auf passendes Schuhwerk und richtige Ausrüstung zu setzen, begnügte sich der 18-Jährige nur mit Adiletten, Schlafsack und ein paar Anziehsachen. Mehr als fünf Millionen Menschen (Stand: 7. Juli 2022) haben das Video auf Tiktok gesehen und äußerten ihre Unterstützung aber teils auch Skepsis. Andere hatten eine einfache Erklärung für sein spontanes Vorhaben parat: „Jeder geht mit der Trennung von Bibi und Julian anders um“, kommentierte ein Tiktok-Nutzer. Vor allem von den Adiletten rieten viele ab: „Das mit den Schlappen wirst du noch bereuen“, urteilten mehrere Nutzer.

In seinen folgenden Videos dokumentierte er seine Reise am ersten Tag. Immer wieder meldete sich der 18-Jährige bei seinen Unterstützern. Nach 15 Kilometern taten die Füße „ein bisschen weh“. Es ging vorbei an Feldern, erste Hindernisse in Form von umgefallenen Bäumen in einem Wald wurden überwunden, er wurde vom ersten Tier (vermutlich einer Mücke) gestochen, aber „juckt nicht“. In Schwelm besuchte er einen Supermarkt und deckte sich mit Trinken und Essen ein. Es sei sehr empfehlenswert mal zu wandern. „Man bekommt den Kopf frei.“ Auf seinem Weg traf er sogar einen Unterstützer von Tiktok, der extra zur Route gekommen sei und ihm eine Spende überreicht hätte. Zu diesem Anlass bedankte er sich noch einmal für die Unterstützung.

In seinem letzten Video dann aber die traurige Nachricht: Der sichtlich bewegte 18-Jährige musste sein Projekt abbrechen, da er keinen Schlafplatz für die Nacht gefunden hat. 100 Euro für ein Hostel wollte er nicht ausgeben. Auch einen angebotenen Schlafplatz wollte er nicht annehmen. Außerdem habe er einen „miesen Sonnenbrand“ im Nacken und Schulterschmerzen vom Gewicht seines Rucksacks. Am Ende gab er sich aber noch einmal kämpferisch. Ein Freund würde ihn im Sommer begleiten. Dann will er es „richtig machen“. Nur eins wird bleiben: die Adiletten.

Die TikTok-Nutzer reagierten teilweise mit Häme auf den Abbruch seines Vorhabens: „Er hat dieses Projekt genauso wie sein Studium durchgezogen“ oder „ich als ich mit 10 abgehauen bin und nach 5 min wieder zuhause war“. Andere bedankten sich aber auch für das Erlebnis, das sie mitverfolgen konnten und sprachen dem 18-Jährigen Mut zu. „Du kannst so stolz auf dich sein“ oder „beim nächsten Mal wirds was“ waren einige der Kommentare. Es bleibt abzuwarten, wie weit der 18-Jährige es beim nächsten Mal schafft.