Tierheime in NRW legen Vermittlungsstopp zur Weihnachtszeit ein

Keine Welpen unterm Tannenbaum : Tierheime in NRW legen Vermittlungsstopp zur Weihnachtszeit ein

Katze und Kaninchen landen noch immer als Geschenk unter dem Tannenbaum. Viele Familien sind dann aber überfordert. Um das zu verhindern, legen viele Tierheime einen Vermittlungsstopp über die Weihnachtstage ein.

Viele wüssten nicht, wie anstrengend ein Haustier im Alltag sein kann. „Man ist viel eher mit der rosa-roten Brille als mit der Realitätsbrille ausgestattet“, erklärte Sans. In Tierheimen in Dortmund, Duisburg und Bochum gibt es bereits in der Vorweihnachtszeit so einen Vermittlungsstopp. „Wir wollen nicht, dass Tiere unterm Weihnachtsbaum landen“, sagte Nina Schmidt, Vorstandsmitglied im zuständigen Tierschutzverein in Bochum. Dort können Besucher 14 Tage vor Heiligabend keine neuen Haustiere mehr abholen. Spätestens wenn der nächste Urlaub in den Schulferien anstünde, hätten viele Leute die Freude an ihrem Geschenk wieder verloren.

Auch der Landestierschutzverband empfiehlt allen gut 80 zugehörigen Tierheimen in NRW einen Vermittlungsstopp. Vor allem Kaninchen, Meerschweinchen, Katzen- oder Hundewelpen landeten gerne als Geschenk unter dem Tannenbaum - zum Beispiel, um den Kindern eine Freude zu bereiten. „Die Entscheidung sollte immer mit Augenmaß getroffen werden“, riet der Verbands-Vizepräsident Ralf Unna. Allerdings sei durch jahrelange Aufklärung die Zahl an Tiergeschenken zurückgegangen, besonders Spontankäufe bei Hunden.

In Städten wie Essen, Münster und Düsseldorf haben Tierheime keinen Vermittlungsstopp veranlasst. Dort führten Mitarbeiter aber ausführliche Gespräche mit den Interessenten, bevor sie einen Schützling ihrem neuen Besitzer übergeben. „Man merkt das doch, wenn jemand auf den letzten Drücker ein Geschenk braucht“, sagte eine Sprecherin des Tierheims in Münster. Das Albert-Schweitzer-Tierheim in Essen hat bislang keine schlechten Erfahrungen mit Tiergeschenken gemacht: In den vergangenen zehn Jahren gab es dort laut einer Mitarbeiterin nur einen Fall, wo ein Hund verschenkt und wieder zurückgegeben wurde.

(ham/dpa)