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Terrortraining im Wald bei Aachen: Razzia gegen mutmaßliche Islamisten

Razzia gegen mutmaßliche Islamisten : Terrortraining im Wald bei Aachen

Bei einer Razzia im Kreis Düren hat die Polizei die Wohnungen von mehreren Beschuldigten durchsucht. Sie sollen in Anlehnung an den „Islamischen Staat“ für einen Anschlag trainiert haben.

Im vergangenen Jahr sollen sich die Beschuldigten in einem Waldstück bei Aachen getroffen und dort mit Messern und Äxten für einen Terroranschlag trainiert haben – in Anlehnung an Propagandamaterial des sogenannten Islamischen Staats (IS). Die Polizei durchsuchte am Donnerstag bei einer Razzia mit 350 Polizisten ihre Wohnungen im Kreis Düren. Die Zentralstelle Terrorismusverfolgung Nordrhein-Westfalen ermittelt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Nach Angaben von NRW-Innenmister Herbert Reul (CDU) handelt es sich um eine siebenköpfige Gruppe, die sich zu einem islamistisch-terroristischen Netzwerk zusammengeschlossen habe.

Es handelt sich laut Reul um sechs deutsche Staatsbürger, zwei von ihnen besitzen zusätzlich die russische Staatsbürgerschaft. Der siebte Verdächtige sei ein türkischer Staatsbürger, sagte Reul. Die Beschuldigten wurden laut einer gemeinsamen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf und der Polizei Köln nicht festgenommen, weil die Voraussetzungen zur Anordnung der Untersuchungshaft derzeit nicht vorliegen. „Bislang sind uns keine konkreten Anschlagspläne bekannt“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf.

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Laut Innenminister Reul stufen die Sicherheitsbehörden sechs der Beschuldigten als islamistische Gefährder ein. Alle sieben hätten landes- und bundesweite Kontakte zu Mitgliedern der radikalislamischen Szene. Die Gruppe in Düren soll Besuch von Personen bekommen haben, die in unmittelbarem Kontakt zu dem Täter beim Attentat in Wien im November 2020 gestanden hätten. Bei der Tat in der österreichischen Hauptstadt hatte ein schwer bewaffneter mutmaßlicher Islamist vier Menschen getötet und 23 weitere teils schwer verletzt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft liegen derzeit Erkenntnisse dazu vor, dass die Beschuldigten Mitglieder beim IS sind oder die Terrormiliz unterstützen. „Wir haben keine Hinweise dazu, dass es Anknüpfungspunkte an den IS gibt“, sagte der Sprecher. „Es ist eher so, dass sie die Ideologie für sich beanspruchen und die Gesinnung befürworten.“

Bei den Durchsuchungen seien eine Machete, Pfefferspray, Äxte, einen Teleskopschlagstock und digitale Geräte gefunden worden, sagte Reul. Mögliches Beweismittel müsse zunächst gesichtet und ausgewertet werden, hieß es von der Staatsanwaltschaft.