Terror-Razzia in NRW: Drei Verdächtige bleiben in Gewahrsam

Razzia wegen Terrorverdachts in Köln und Düren : Drei Verdächtige bleiben in Gewahrsam

Nach den Razzien gegen islamistische Gefährder in Düren und Köln bleiben drei Verdächtige vorerst in Polizeigewahrsam. Einer von ihnen soll in einem abgehörten Telefonat indirekt Anschlagspläne geäußert haben.

Nach den Razzien in Köln und Düren wegen mutmaßlicher Terrorpläne bleiben drei Verdächtige weiter in Polizeigewahrsam – zwei als islamistisch eingestufte Gefährder sowie ein Konvertit aus ihrem Umfeld. Ein Verdächtiger sei dagegen wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilte die Kölner Polizei am Freitag mit. Für zwei Verdächtige im Alter von 30 und 21 Jahren bestätigte ein Richter die maximal mögliche Gewahrsamsdauer von 14 Tagen. Für den dritten Mann, einen 20-Jährigen, setzte der Richter zehn Tage Gewahrsam fest. Da der 21-Jährige bei dem polizeilichen Zugriff verletzt wurde, befinde er sich unter Bewachung in einer Klinik.

Beamte hatten am Donnerstag nach Durchsuchungen in insgesamt sieben Objekten zunächst sechs Männer in Gewahrsam genommen. „Wir hatten aktuell verdeckte Erkenntnisse, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehen könnte“, sagte der Leitende Kölner Kriminaldirektor Klaus-Stephan Becker. Zwei Männer kamen dann wieder auf freien Fuß, später folgte ein weiterer.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte am Donnerstag, es habe „keine Hinweise auf einen konkreten Anschlagsort, keine Hinweise auf eine konkrete Anschlagszeit und keine Hinweise auf eine konkrete Anschlagsart“ gegeben. Die Polizei habe allerdings Hinweise gehabt, dass die in Gewahrsam genommenen Männer „möglicherweise einen Terroranschlag planen könnten“. Mit den Durchsuchungen sollten deshalb weitere Erkenntnisse gewonnen und Beweismittel gefunden werden.

Als zentrale Figur gilt der 30-jährige Wael C., ein deutsch-libanesischer Konvertit aus Berlin, der in der dortigen Dschihadisten-Szene bestens vernetzt sein soll. Er wird bereits seit 2013 vom Verfassungsschutz als Gefährder eingestuft und soll in einem abgehörten Telefonat indirekt Anschlagspläne geäußert haben. Er habe unter anderem 2016 die Rolle eines Vertretungs-Imams in der Berliner Fussilet-Moschee übernommen. Dort verkehrte auch der Attentäter des Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlags, Anis Amri.

(kess/dtm/dpa/AFP)
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