Tantra-Lehrerin in essen: Lebenslange Haft nach Mord an Erotik-Masseurin

Urteil in Essen : Lebenslange Haft nach Mord an Erotik-Masseurin

In der Wanne eine Leiche, und in der scheinbar blitzblanken Wohnung finden Fahnder überall kleinste Blutspritzer. Indizien, die zur Höchststrafe führen.

Für die Ermordung einer Erotik-Masseurin aus Essen hat das Schwurgericht in der Stadt einen 35-jährigen Mann am Donnerstag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er soll der Liebhaber der Frau gewesen sein, die vor acht Monaten grausam ums Leben gebracht wurde. Der Angeklagte hat die Bluttat bis zuletzt bestritten und einen Freispruch erhofft.

Die Richter gehen davon aus, dass der Mann sein Opfer am Abend des 13. November 2014 heimtückisch ermordet hat. Laut Urteil saß die als Tantra-Lehrerin auftretende Frau an ihrem Schreibtisch, als ihr von hinten mit einem Hammer der Schädel eingeschlagen wurde. Anschließend traf sie eine Serie von Messerstichen. Die Rechtsmediziner zählten später 29 Stich- und Schnittverletzungen.

Als die Polizei die Wohnung betrat, lag die 54-jährige Essenerin tot in ihrer mit Wasser gefüllten Badewanne. Die Wohnung war blitzblank.
"Das Putzen muss wahrscheinlich Stunden gedauert haben", sagte Richter Andreas Labentz bei der Urteilsbegründung. Trotzdem hätten die Ermittler schließlich überall kleinste Blutpartikel entdeckt - auch an der Kleidung des Angeklagten und an der Innenseite seiner Armbanduhr.

Der Angeklagte hatte sich laut Urteil als steinreicher Finanzier ausgegeben, der über sechs Millionen Euro in den Bau eines Tantra-Dorfes im münsterländischen Dülmen stecken wollte. Damit hätte er der 54-jährigen Erotik-Masseurin einen Herzenswunsch erfüllt. Die Verträge für den Kauf der erforderlichen Grundstücke waren sogar schon unterschrieben worden - nur das Geld floss nicht.

Das Essener Schwurgericht geht davon aus, dass der Angeklagte ein Hochstapler ist. "Er hat ein doppeltes Spiel gespielt", sagte Richter Labentz. Er habe seinen Freunden und Geschäftspartnern bis zuletzt vorgegaukelt, dass er das Projekt finanzieren könne. "Doch als das Hinhalten nicht nicht mehr funktioniert hat, ist es für ihn kritisch geworden." Nach einem Streit habe er schließlich zu einem Messer und einem Hammer gegriffen.

(lnw)
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