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Tagebau: RWE will im Herbst mehr als die Hälfte des Hambacher Waldes fällen

Tagebau : RWE will im Herbst mehr als die Hälfte des Hambacher Waldes fällen

So sieht der Hambacher Tagebau aus der Luft aus

Mehr als 100 Hektar von den restlichen rund 200 Hektar würden dann laut RWE Power gerodet. Darin enthalten seien das 80 Hektar große Gebiet, das wegen des vorübergehenden Rodungsstopps in der vergangenen Saison nicht abgeholzt wurde.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND/NRW) hat Klage gegen den unlängst zugelassenen Hauptbetriebsplan bis 2020 eingereicht, der auch die umstrittenen Rodungen genehmigt. Zentraler Streitpunkt ist, ob der Rest des Hambacher Waldes bei Kerpen mit den Wochenstuben der Bechsteinfledermaus als Teil des ökologischen EU-Schutzgebietssystems "Natura 2000" gemeldet werden müsste.

Als der Wald noch 3000 Hektar groß und intakt war, hätte sich das aufgedrängt, sagte der RWE-Gutachter Ulrich Mierwald. Aber jetzt gebe es Gebiete, die geeigneter dafür wären, als der Hambacher Wald. Der BUND verweist auf eine Vorschrift in Nordrhein-Westfalen, wonach je Lebensraum einer Art mindestens die fünf besten Gebiete zu melden seien.

Für die Bechsteinfledermaus sei bisher nur der Nörvenicher Wald gemeldet worden, obwohl es im Hambacher Wald das größere Vorkommen der streng geschützten Feldermausart gebe.

(skr)