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Tag der offenen Moschee findet zum 25. Mal auch in NRW statt

Auftaktveranstaltung in Köln : Tag der offenen Moschee - tausend Gemeinden sind dabei

Zum 25. Mal öffnen Moscheen in Deutschland an diesem Sonntag wieder ihre Türen. In Köln bei der Auftaktveranstaltung plädierte Oberbürgermeisterin Henriette Reker für einen nachhaltigen interreligiösen Dialog.

Zum 25. Mal haben Moscheen in Deutschland an diesem Sonntag wieder ihre Türen geöffnet. Am Tag der Offenen Moschee unter dem Motto „Moscheen gestern und heute“ wollten nach Angaben des organisierenden Koordinationsrats der Muslime (KRM) wieder rund tausend Moscheegemeinden mitmachen.

In den letzten Jahren habe die Zahl der teilnehmenden Gemeinden - und damit auch der Besucher - aber etwas abgenommen, sagte der Vorsitzende der Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. Das sei nicht nur pandemiebedingt, sondern liege auch an Sicherheitsbedenken in den Gemeinden.

 Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, spricht am Tag der offenen Moschee in der Ditib-Zentralmoschee.
Henriette Reker, Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, spricht am Tag der offenen Moschee in der Ditib-Zentralmoschee. Foto: dpa/Eman Helal Mohamed Bedir

Angesichts von Vorbehalten gegenüber dem Islam in größeren Teilen der Bevölkerung sowie jährlich hunderten Angriffe auf Muslime und Moscheen sprach Mazyek auch von Rückschritten. Viele topintegrierte oder hier geborene und aufgewachsene Muslime hätten es zudem satt, sich wiederholt rechtfertigen zu müssen mit Blick auf Rechtsstaatlichkeit und „Deutsch-Sein“.

Mazyek appellierte, „dass die muslimischen Gemeinden angesichts schwierigeren Zeiten nicht in ihren Bemühungen nachlassen, sondern die Durststrecke überwinden, indem sie weiter mit Kraft auch im Glauben für den Zusammenhalt und letztlich unserer Demokratie wirken.“ Der Moscheetag sei zur Institution geworden.

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Bei der zentralen Auftaktveranstaltung in der Ditib-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld bezeichnete die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) die alljährliche Veranstaltung als „Tag der gelebten Freundschaft“, der viel für die gemeinsame Verständigung geleistet habe. Im Laufe der Jahre habe er sich „vom reinen Kennenlernen der nachbarschaftlichen Moschee hin zu einem gemeinsamen, religionsübergreifenden Erleben aktueller gesellschaftspolitischer Themen entwickelt“.

Für die allermeisten Bürger sei es „ein Stück selbstverständlicher geworden, dass Menschen muslimischen Glaubens Teil der deutschen Gesellschaft sind“, erklärte Reker und appellierte: „Lassen Sie uns weiter gemeinsam daran arbeiten, den dauerhaften, interreligiösen Dialog zwischen Menschen verschiedener Religion, Kultur und Herkunft weiter zu beleben.“

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte am Freitag in einem Grußwort hervorgehoben, die Muslime und ihre Gemeinden gehörten „selbstverständlich in die Mitte unserer demokratischen, religiös so vielfältigen Gesellschaft“.

Der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster, Mouhanad Khorchide, sprach von einem wichtigen Angebot der Moscheegemeinden zum 3. Oktober. Eine Woche nach der Bundestagswahl sagte er auf dpa-Anfrage, von einer neuen Bundesregierung erhoffe er, dass sie liberale und fest in Deutschland verankerte Islamvertreter stärker zu Partnern mache – statt sich auf die großen und vom Ausland stark beeinflussten Verbände zu fokussieren.

Die Christlich-Islamische Gesellschaft zog eine positive Bilanz zum Moscheetag. CIG-Sprecherin Melanie Miehl sagte: „Wer selbst nicht religiös ist, bekommt dadurch die Gelegenheit, sich aus erster Hand über Glauben und Leben von Musliminnen und Muslimen zu informieren.“

Der Tag der Offenen Moschee war 1997 als Initiative des Zentralrats der Muslime gestartet worden - bewusst als Zeichen der Zugehörigkeit am Tag der Deutschen Einheit. Moscheegemeinden laden zu Gesprächen und Führungen ein, mancherorts gibt es Ausstellungen oder Workshops, Kontakte werden geknüpft. Seit 2007 organisiert der Koordinationsrat - ein Zusammenschluss von inzwischen sechs Islamverbänden - den Moscheetag.

In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Muslime. Unter den Bundesländern wohnen die mit Abstand meisten in Nordrhein-Westfalen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld

(top/dpa/epd)