Tag der Neugier 2019: 28.000 Besucher im Forschungszentrum Jülich

Tag der Neugier : Von Jülich in die Zukunft

Fast 6000 Mitarbeiter arbeiten an über 60 Instituten auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich. Wir stellen vier Forschungsprojekte vor, über die sich mehr als 28.000 Besucher am Tag der Neugier informieren konnten.

Gesundheitstest mit dem Smartphone

Das Smartphone haben wir jeden Tag dabei. Der handliche Begleiter eignet sich aber nicht nur für WhatsApp und Co., er kann auch als Gesundheits-Tool dienen. Die Sensoren im Handy können zum Beispiel mittels einer speziellen App Bewegungsmuster von Probanden aufzeichnen. Anhand der gemessenen Daten lassen sich Krankheiten wie Parkinson frühzeitig erkennen. Am Tag der Neugier im Forschungszentrum Jülich haben Özge Kabukcu und Anne Harnischmacher die App bei einer Balancier-Übung getestet.

Gesundheitstests mit dem Smartphone

Drei Fakten über die Alzheimerforschung

46,8 Millionen – das ist Zahl der Menschen, die laut Deutscher Alzheimergesellschaft im Jahr 2015 eine „Demenz“, also eine Einschränkung ihrer geistigen Leistungsfähigkeit hatten. Als häufigste Ursache für eine Demenz gilt die Alzheimer-Krankheit: Schätzungsweise machen sie zwei Drittel der Krankheitsfälle aus. Bei einer Demenz sind Gedächtnis, Sprache, Orientierung und Urteilsvermögen der Patienten eingeschränkt. In schwerwiegenden Fällen können Betroffene kein selbstständiges Leben mehr führen.

Seit Jahren wird weltweit daran geforscht, wie die Alzheimersche Demenz genau entsteht. Denn geklärt ist das bis heute nicht: Immer wieder verwerfen neue Erkenntnisse die lange als wahr geglaubten bisherigen Theorien der Wissenschaftler. Professor Dieter Willbold, Direktor des Jülicher Instituts für Strukturbiochemie, hofft, dass er mit seiner Theorie das Rätsel um die Entstehung der Krankheit lösen kann. Er arbeitet deshalb bereits an einem Medikament gegen Alzheimer. Seine Arbeit haben Marie Ludwig und Maren Könemann in drei Fakten zusammengestellt.

Drei Fakten über die Alzheimerforschung

Brot aus Abwasser

Brot aus Abwasser? Ja, das geht. Dabei wird gereinigtes, häusliches Wasser wieder aufbereitet. Die noch im Wasser enthaltenen Nährstoffe wie Phosphat und Nitrat werden herausgefiltert. Dabei entstehen Algen, die wiederum in der Landwirtschaft als organischer Dünger verwendet werden.

„Wir machen das mit einfachsten und primitivsten Mitteln“, erklärt Projektleiter Dr. Ladislav Nedbal. Er wünscht sich, dass das praxisnahe Verfahren auf der ganzen Welt genutzt wird. Er wolle mit seinem Team eine Technologie schaffen, die überall anwendbar sei und die großen Probleme wie Wasser- und Nahrungsmangel bekämpfe.

So laufen am Ende zwei Handlungsstränge zusammen, die zu einem Projekt verschmelzen. Zum einen wird das sauberere Wasser wieder dem Wasserkreislauf zugeführt, zum anderen werden die aus dem Wasser gewonnenen Nährstoffe der Natur in einer nachhaltigen Form zurückgegeben. Das Projekt zeigen Marvin Wibbeke und Viktor Marinov im Video.

Brot aus Abwasser

Menschenmassen in Bewegung

Wie verhalten sich Menschen in der Masse und wie bewegen sie sich dabei fort? Der Frage gehen die Wissenschaftler der Abteilung der zivilen Sicherheitsforschung auf den Grund. Für die Experimente brauchen sie freiwillige Teilnehmer, die durch eine simulierte Engstelle gehen – in verschiedenen Durchgängen unter verschiedenen Voraussetzungen. Denn es macht ein Unterschied, ob am Bahnhof der Zug schon voll ist und bald abfährt oder ob man ganz gemütlich zum reservierten Sitzplatz schlendern kann.

Das Menschenmassen-Experiment

„Wir wollen herausfinden, wie breit so eine Engstelle sein muss, damit möglichst viele Personen gleichzeitig hindurchpassen“, erklärt Forscherin Ann Katrin Seemann. Die Teilnehmer bekommen dafür orangefarbene Mützen mit QR-Codes auf der Oberseite – später können ihre Bewegungen dadurch am Computer simuliert werden. Doch Wissenschaft braucht Zeit. „Bis wir die Ergebnisse auswerten und veröffentlichen können, dauert es sicher noch ein Jahr“, sagt Seemann. Viktor Marinov und Marvin Wibbeke haben beim Experiment mitgemacht.

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