Düsseldorf: Tätowierter kann Polizist werden

Düsseldorf : Tätowierter kann Polizist werden

Unter der Auflage, dass er ein langärmeliges Hemd trägt, kann ein 24-jähriger Bewerber trotz großflächiger Tätowierungen an beiden Armen zum uniformierten Polizeidienst in Nordrhein-Westfale zugelassen werden. Er muss seine mehrfarbigen Körperbilder im Dienst allerdings verdecken. So urteilte gestern das Verwaltungsgericht Düsseldorf und gab einer Klage des Mannes gegen seine Nicht-Zulassung zum Polizeidienst statt.

Das zuständige Landesamt für Aus- und Fortbildung sowie Personalangelegenheiten der Polizei hatte dem Abiturienten, der aktuell im fünften Semester Jura studiert, die Einstellung in den gehobenen Polizeidienst verweigert. Die reichhaltigen Tattoos auf seinen beiden Armen seien als Mangel an charakterlicher Eignung anzusehen. Der Polizei-Bewerber hatte sich unter anderem einen Panther, ein aufgeschlagenes Buch, einen Diamanten und weitere, teils großflächige Motive auf beide Arme und den Rücken tätowieren lassen.

In der Zurückweisung seiner Polizeibewerbung sah der 24-Jährige eine Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte und bot an, im Polizeidienst langärmelige Hemden zu tragen, um seine Körperbilder zu verdecken. Dem Landesamt genügte das jedoch nicht. Der Anwärter habe ja keinen Anspruch auf Einstellung, die Tätowierungen seien gar als "Zweifel an seiner persönlichen Eignung" für den Polizeidienst zu werten.

Doch das ließen die Richter nicht gelten. Der Dienstherr dürfe zwar Anforderungen an Bewerber stellen, müsse aber auch die allgemeinen Persönlichkeitsrechte beachten. Dass der 24-Jährige mit langärmeligen Hemden zum Dienst erscheinen könne, wie er anbot, sei eine ernsthafte Alternative, auch wenn die Polizei einen gewissen Wert auf ein einheitliches Erscheinungsbild ihrer Beamten lege. Die Abweisung des Mannes nur wegen der Tätowierungen sei rechtsfehlerhaft, müsse daher neu geprüft werden.

Revision möglich

Gegen dieses Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts schließt das Land Nordrhein-Westfalen eine Revision nicht aus. Entsprechende Rechtsmittel würden geprüft, wenn die Begründung des am Dienstag verkündeten Urteils vorliege, teilte das zuständige Landesamt für Aus- und Fortbildung sowie Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP) am Mittwoch mit.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die WM-Stars und ihre Tattoos

(wuk)