Sturmtief "Thomas" in NRW: Baum stürzt auf Auto - Schwangere verletzt

Sturmtief "Thomas" in NRW : Baum stürzt auf Auto - Schwangere verletzt

Sturmtief "Thomas" hat in NRW einige Schäden angerichtet. Im Bergischen Land fiel ein Baum auf eine Straße und begrub ein Auto unter sich. Die Insassen, darunter eine schwangere Frau, wurden verletzt. Bei der Bahn gibt es Verspätungen.

Vor allem die Menschen in Nordrhein-Westfalen haben am Donnerstag die heftigen Windböen von Sturmtief "Thomas" zu spüren bekommen. Die Kölner Feuerwehr zählte bereits am Abend mehr als 150 Einsätze. Herabgestürzte Äste und entwurzelte Bäume sorgten auf den Straßen und bei der Deutschen Bahn für Behinderungen. Später entspannte sich die Lage wieder. Der Deutsche Wetterdienst hob in der Nacht zum Freitag alle Unwetterwarnungen für das Flachland wieder auf.

Auf den Straßen in NRW gab es am Donnerstag vor allem durch umgestürzte Bäume oder Baugerüste Probleme. Landesweit mussten die Feuerwehren umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste von Straßen und Fußwegen entfernen. Größere Schäden gab es nur in wenigen Fällen:

  • Bergisches Land Eine schwere Orkanböe hat am Donnerstagabend einen Baum auf ein fahrendes Auto im Bergischen Land geworfen. Eine schwangere Frau und ihr Begleiter wurden dabei leicht verletzt, die werdene Mutter kam zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Das Auto mit Remscheider Kennzeichen hat nur noch Schrottwert. Die Straße zwischen Remscheid und Wermelskirchen musste gesperrt werden, es drohen weitere Bäume umzukippen.
  • Köln Ein Autofahrer wurde in Köln schwer verletzt, weil ein umgeknickter Baum auf seinen Wagen stürzte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Feuerwehr mitteilte. Der etwa 25 Meter hohe Baum demolierte noch zwei weitere Fahrzeuge. Insgesamt entstand an 15 Autos Totalschaden durch entwurzelte Bäume, teilte die Stadt mit. Ein Baum stürzte vom Botanischen Garten auf die Straße und beschädigte dort vier Fahrzeuge.
  • Düsseldorf Ein zwölf Meter hohes Gerüst löste sich am Donnerstagnachmittag an der Talstraße in Düsseldorf von der Fassade und stürzte auf die Straße. Vier Stunden dauerten die Bergungs- und Sicherungsarbeiten, da die einzelnen Bauteile stark ineinander verkeilt waren.
  • Um 21.51 Uhr meldeten Passanten der Feuerwehr ein weiteres loses und in Teilen eingestürztes Gerüst in der Bäckerstraße. Die Feuerwehr brauchte drei Stunden, um das Gerüst zu sichern.
  • An der Itterstraße in Holthausen stürzte ein Baum um und fiel auf ein Auto. In dem PKW waren keine Insassen, sodass es bei einem Sachschaden blieb.
  • Kurz vor Mitternacht meldete eine Polizeistreife lose Bauteile am Veranstaltungszelt am Burgplatz. Einzelne Planen und Metallstangen wurden von Feuerwehr- und Polizeibeamten gesichert.
  • Sauerland In Iserlohn (Märkischer Kreis) sorgte ein 15 Meter langer Ast für Blechschaden. Drei Fahrzeuge wurden laut Polizei beschädigt. In der Stadt sperrten die Einsatzkräfte zudem eine Straße, weil mehrere Bäume umzustürzen drohten. In Breckerfeld musste die Feuerwehr einen großen Baum von der Straße entfernen. Er hatte die Zufahrt zur Ortschaft Böckel versperrt.
  • Ostwestfalen Ein 57-jähriger Autofahrer ist auf der K36 von Bad Wünnenberg-Fürstenberg in Richtung Bleiwäsche in einen umgekippten Baum gefahren. In Höhe des Wasserwerks war eine Tanne über die Straße gekippt und blockierte die Fahrbahn. Der Mann bemerkte das Hindernis zu spät und prallte frontal gegen den Stamm. Die Front des Fahrzeugs wurde stark eingedrückt. Sowohl der Fahrer als auch die 80-jährige Beifahrerin erlitten schwere Verletzungen.
  • In Bielefeld wurde ein Auto während der Fahrt von einer Böe gegen einen Wegweiser gedrückt und beschädigt, die Fahrerin kam mit dem Schrecken davon.
  • In Hagen sind zwei Autos gegen einen umgestürzten Baum gefahren. Dabei wurde niemand verletzt, der Sachschaden blieb mit etwa 2000 Euro relativ gering.
  • Münsterland In Bocholt und Raesfeld prallten zwei Autofahrer mit ihren Fahrzeugen gegen umgestürzte Bäume. Nach Angaben der Polizei blieb es aber bei Blechschäden. Im Kreis Coesfeld sorgte Sturmtief "Thomas" ebenfalls für zahlreiche Gefahrenstellen.

Auf mehreren Strecken in NRW konnten zwischenzeitlich keine Züge mehr fahren. Probleme gab es am Wuppertaler Hauptbahnhof, wie eine Bahnsprecherin sagte. Kurz vor dem Bahnhof stürzte ein Baum auf die Oberleitung und auf einen ICE. Die rund 70 Fahrgäste wurden aus dem Zug gebracht. Der liegengebliebene ICE verursachte weitere Verspätungen anderer Züge.

Zwischen Langenberg und Neviges war ein Baum in die Oberleitung der Bahn gestürzt und hatte Feuer gefangen. Weil Fahrdraht der Oberleitung abzustürzen drohte, musste der Bahnübergang nach Rücksprache mit der Polizei von der Feuerwehr gesperrt werden. Ein Zug mit mehr als 100 Fahrgästen konnte dadurch nicht weiterfahren. Die Feuerwehr leuchtete den Feldweg an der Zugstrecke aus, so dass die Passagiere den Zug verlassen und in Busse umsteigen konnten. Bei Aachen stürzte ein Baum auf einen Thalys-Zug. Auch am Dortmunder Bahnhof gab es Sperrungen.

Personen seien in den Zügen durch den Sturm nicht zu Schaden gekommen, sagte eine Bahn-Sprecherin. Es habe lediglich Sachschäden an Fahrzeugen, Leitungen und Gleisen gegeben.

Allerdings kommt es auch am Freitagmorgen — als Folge der Sturmschäden — weiterhin zu Verspätungen auf mehreren Bahnstrecken (Stand: 12:00 Uhr).

  1. Düsseldorf/Essen Die Züge der S 6 wurden zwischen Düsseldorf-Derendorf und Essen Hauptbahnhof großräumig umgeleitet. Die Störung an der Oberleitung ist inzwischen behoben, die Züge fahren wieder, teilt die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit. Gleiches gelte für die S 9 aus Richtung Essen.
  2. Wuppertal Die Züge der Linien RE 4 und S 8 zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Wuppertal-Oberbarmen fahren wieder. Die Störung sei behoben, teilte die Bahn mit. Es könne aber noch zu Verspätungen kommen. Einzelne Züge der S 68 zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Düsseldorf können ausfallen.
  3. Köln Auf den Linien der S 12, S 13 und S 19 von Horrem Richtung Köln kommt es am Freitagmorgen noch zu Haltausfällen. Auf der Strecke des RE 12 und 22 ist der Baum, der auf das Gleis gestürzt war, entfernt worden. Die Züge fahren dort wieder die geplante Strecke. Zwischen Köln Technologiepark und Düren müsse die Strecke bis 15 Uhr gesperrt bleiben, sagte die Sprecherin der Deutschen Bahn.
  4. Aachen Der RE 1 und RE 9 zwischen Stolberg Hauptbahnhof und Aachen Hauptbahnhof kann derzeit nur auf einem Gleis fahren. Dort hat ein Baum die Oberleitung und einen Mast beschädigt. "Der Mast muss ersetzt werden. Das eine Gleis muss daher bis mindestens 15 Uhr gesperrt werden", sagte die Bahn-Sprecherin. Zwischen Stolberg und Düren fährt zudem der RB 20 derzeit nicht.
  5. Münsterland Am Freitagmittag entstand eine neue Sperrung durch einen umgestürzten Baum zwischen Havixbeck und Billerbeck. Die Züge der RB 63 aus Richtung Münster Hauptbahnhof endeten zwischenzeitlich in Havixbeck und fuhren nicht bis Coesfeld. Die Züge aus Coesfeld endeten in Billerbeck. Der Baum ist inzwischen beseitigt, die Züge halten wieder an allen geplanten Bahnhöfen.
  6. Ruhrgebiet Die Strecke des RB 43 zwischen Gladbeck-Zweckel und Dorsten war bis zum Freitagmorgen gesperrt. Auch dort war ein Baum in die Oberleitung gestürzt. Seit etwa zehn Uhr fahren die Züge der Nordwestbahn wieder.

Die Nordwestbahn meldet zudem, dass nach den Sturmschäden nun wieder alle Züge fahren.

Am Düsseldorfer Flughafen mussten am Donnerstag 35 von 566 Starts und Landungen wegen der Orkan-Böen abgesagt werden, teilte ein Sprecher des Airports mit. Am Flughafen Köln-Bonn wurden 15 Abflüge und acht Ankünfte gestrichen — 14 Flüge mussten wegen des Sturms zu anderen Flughäfen umgeleitet werden. Einer davon landete am Flughafen Münster-Osnabrück. Der Ryanair-Flug aus Sophia wurde dorthin umgeleitet. Die Maschine flog später ohne Passagiere zurück an ihren Einsatzort Köln. Am Flughafen Münster-Osnabrück kam es nach Angaben des Flughafensprechers ansonsten zu keinen Unregelmäßigkeiten. Das gilt auch für den Flughafen in Paderborn. Der Dortmunder Flughafen war am Freitag niemand für eine Information über den Flugverkehr am Donnerstag zu erreichen.

In Düsseldorf beendeten die Karnevalisten wegen des schlechten Wetters ihr Bühnenprogramm zu Altweiber vorzeitig. In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt. Beim Einsturz eines Podiums bei einer Fastnachtsveranstaltung im baden-württembergischen Dornhan wurden drei Frauen und eine Neunjährige verletzt.

Für den Rosenmontag sagt der Deutsche Wetterdienst eine entspannter Lage mit etwas Regen voraus. Mit einem Sturm wie im vergangenen Jahr wird nicht gerechnet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schäden durch Sturm an Altweiber 2017 in NRW

(rent/top/lnw)
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