Orkan in Teilen des Landes Warnungen vor schweren Sturmböen in ganz NRW

Update | Düsseldorf · Für Donnerstagabend erwartet der Deutsche Wetterdienst ein Sturmtief, das von England heranzieht. Es gibt eine Warnung vor Dauerregen und schweren Sturmböen für ganz NRW. Wo es besonders stürmisch werden soll.

Wetter NRW 2023:  Schnee im März
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Tornados, Starkregen, Schnee — Wetterkapriolen in NRW 2023

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Foto: dpa/Oliver Berg

In ganz NRW gibt es seit Donnerstagvormittag (aktueller Stand: 22.02.24, 16.24 Uhr) auf der Wetterkarte des DWD eine Warnung vor Sturmböen und Dauerregen. Das bedeutet, dass mit Sturmböen zwischen 80 und 100 km/h zu rechnen ist. In Schauernähe könne es sogar noch windiger werden und zu orkanartigen Böen kommen. Außerdem trete Dauerregen auf, mit Mengen zwischen 30 und 40 Liter pro Quadratmeter.

“Im Norden von NRW wird etwas windiger werden als im Süden, insgesamt sprechen wir aber für ganz NRW von einem markanten Wetter. Das liegt knapp unter einer Unwetterwarnstufe“, sagte Thomas Gerwin vom Deutschen Wetterdienst. Im südlichen Flachland seien mit Windgeschwindigkeiten von 80 bis 90 km/h zu rechnen, ansonsten können die Sturmböen eine Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h erreichen. In exponierten Lagen wie Wald- oder Bergkuppen sogar bis zu 110 km/h, also Orkanstufe 11. „Die Hauptzeit der stürmischen Wetterlage liegt zwischen 18 und 2 Uhr nachts“, sagt Gerwin. „In dieser Zeit sind auch Gewitter möglich. Wenn das passiert, können die Sturmböen noch mal stärker und zu Orkanböen werden.“

Ursache für das ungemütliche Wetter ist ein kleines, schnell ziehendes Tief, das sich von England her nähert und dabei milde Meeresluft nach NRW von Westen nach Osten führt.

Nach Durchzug des Sturmtiefs beruhigt sich das Wetter wieder und der Wind flaut ab. Begleitet wird das Windfeld von starken Niederschlägen, die verbreitet schon am Mittwochabend eingesetzt haben. Dabei sind im Rheinland Regenmengen von fünf bis 15 Litern innerhalb von 24 Stunden möglich.

Warnung vor Dauerregen

Für das Bergische Land, das Siegerland und die Eifel bis zum Sauerland hat der DWD eine Dauerregenwarnung herausgegeben. Dort können innerhalb von 24 Stunden rund 30 bis 40 Liter Niederschlag zusammenkommen.

„Kleinere Bäche könnten dann eventuell wieder über die Ufer treten, zumal die Böden mit Wasser vollgesogen sind“, sagt Gerwin. Da der Grundwasserpegel hoch ist, bestehe die Gefahr, dass der ein oder andere Keller in den betroffenen Gebieten feucht werden könnte. „Eine Hochwasserlage wie in der Weihnachtszeit haben wir aber nicht“, schätzt Gerwin die Situation ein. Bis ungefähr 21 oder 23 Uhr sei mit Dauerregen in den betroffenen Regionen zu rechnen.

Erst mild, dann wieder kühler

Die Temperaturen bewegen sich am Donnerstag zwischen für die Jahreszeit sehr milden zwölf bis 14 Grad; nachdem das Tief durchgezogen ist, werden am Freitag im Rheinland noch rund sieben bis zehn Grad erreicht, im Bergland zwei bis fünf Grad. „Eventuell kann sich in Hochlagen auch schon mal eine Schneeflocke verirren, dass der Schnee liegen bleibt, ist aber eher unwahrscheinlich“, sagt Gerwin.

Tagsüber nimmt der Wind ab, es werden Windstärke von nur noch sechs bis sieben erwartet, vereinzelt können aber stürmische Böen auftreten.

Am Wochenende erwartet die Menschen in Nordrhein-Westfalen wieder der gewohnte Mix aus Regen und Wolken. Für den Samstag rechnete der DWD mit Temperaturen von sieben bis zehn Grad und nur noch mit mäßigem Wind. Am Sonntag sei mit fünf bis neun Grad zu rechnen.

(jis/kag/dw/dpa)
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