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Sturm in NRW: Nach "Elon" kommt "Felix"

Nach "Elon" kommt "Felix" : Sturm in NRW: Märkte und Friedhöfe geschlossen

Trotz zweistelliger Temperaturen wird es in den kommenden Tagen in NRW ungemütlich: Orkanböen erreichen am Samstag bis 100 Kilometer pro Stunde. Friedhöfe blieben geschlossen, in Düsseldorf blieben auch die Märkte zu. Wald-Spaziergänger sind gewarnt.

Der Dauerregen soll sich bis Samstag fortsetzen, weshalb die Pegelstände des Rheins in diesen Tagen öfter kontrolliert werden. Regen und Schmelzwasser aus den Schweizer Alpen hatten den Rhein zuletzt binnen weniger Tage massiv ansteigen lassen: In Düsseldorf kletterte die Pegeluhr seit Sonntag von 2,60 Meter auf etwa 5,25 Meter am Mittwoch. Dabei handelte es sich um eine Steigerung von mehr als 100 Prozent. In Köln stieg der Pegel auf etwa 5,76 Meter und in Duisburg von 4,19 Meter auf 6,75 Meter. Erst gestern gab es Entwarnung, dass sich der Pegel normalisiere, das Wasser jetzt nach und nach abfließe. "Wir gehen jetzt davon aus, dass der Pegel weiter fallen wird", sagt Julian Bröcker, Sprecher der Duisburger Hafen AG. In Heidelberg in Baden-Württemberg hatten sich Einsatzkräfte zur Sicherheit schon am Sonntag mit Sandsäcken ausgerüstet, um die Deiche rechtzeitig verstärken zu können. Die Bezirksregierung Düsseldorf greift nach eigenen Angaben zu solchen Maßnahmen erst ab einem Pegelstand von sieben Metern.

Pegelstände und Windstärken in NRW Foto: DWD/ Radowski

In Süddeutschland hingegen soll der Pegel wieder steigen. Etwa der des Rheins in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Laut einer Modellrechnungen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) wird der Neckar bereits heute über die Ufer treten. Grund dafür sind zum einen die steigenden Temperaturen, die in den Bergen für Tauwetter sorgen. Schnee hält sich nur noch oberhalb von 2000 Metern. Zum anderen gibt es weiter starke Regenfälle. "Die Böden sind völlig durchnässt und können kein Wasser mehr aufnehmen", erklärt Dominik Jung, Meteorologe von wetter.net. Für den Schwarzwald rechnet er sogar mit bis zu 80 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Anders als NRW sind die nördlichen Bundesländer von den durchziehenden Orkantiefs "Elon" und "Felix" stark getroffen: Bereits gestern wurden für weite Teile Norddeutschlands Unwetterwarnungen ausgesprochen. Für morgen erwarten die Meteorologen des DWD an den deutschen Küsten und in den Mittelgebirgen sogar bis zu Windstärke 12. Bei dieser Stärke stellt die Deutsche Bahn zum Beispiel den Sylt-Shuttle ein. Für die schleswig-holsteinischen Inseln und Halligen oder auch den Brocken im Harz werden laut DWD Orkanböen von 120 bis 130 Kilometern pro Stunde erwartet, heute zunächst vor allem im Kreis Nordfriesland.

An der niedersächsischen Nordseeküste rechnet man mit einer Sturmflut. Bereits in den nächsten Tagen seien deutlich erhöhte Wasserstände zu erwarten, sagte eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden.

Samstag wird es mit bis zu 15 Grad ungewöhnlich warm. Aber schon am Sonntag sinkt die Temperatur wieder deutlich. Im Sauerland könne es dann auch schneien.

(RP)