Sturm in NRW: Feuerwehr rückt aus - am Mittwoch bleibt es windig

Sturm fegt über NRW : Umgestürzte Bäume, Streckensperrungen und Klagen über Sand

Mit teils über 100 Stundenkilometern ist Tief "Zoran" am Dienstag über NRW hinweggefegt. Die starken Sturmböen ließen Dutzende Bäume umknicken, Ziegel flogen auf parkende Autos. In Jüchen klagten Anwohner über einen Sandsturm. Am Mittwoch soll es weiter windig bleiben.

Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad zu Beginn des Tages trübten den Schein: Denn ab dem Nachmittag wurde es in der Region immer dunkler, heftige Gewitter und Sturmböen zogen auf. Der Deutsche Wetterdienst in Essen (DWD) warnte bei Windstärke 9 vor orkanartigen Böen.

Zwischen 13 und 16 Uhr erreichten die Sturmböen an Rhein und Ruhr ihren Höhepunkt: Der Meteorologe Karsten Schwanke gab bei Twitter für Geilenkirchen nördlich von Aachen Sturmböen mit einer Stärke von 119 Stundenkilometern an. In Düsseldorf drückten die Böen eine Fensterscheibe aus einem Versicherungsgebäude. Außerdem kam es bei der Rheinbahn durch herabgestürzte Äste immer wieder zu Behinderungen.

Auf dem Eifeler Rursee bei Simmerath warf das Unwetter ein mit drei Schülern besetztes Kajak um. Die 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen kamen mit einer Unterkühlung davon. Nach Polizeiangaben waren die jungen Leute auf einem Schulausflug, als der Wind ihr Boot erfasste. Die Jugendlichen schwammen ans Ufer und wurden ins Krankenhaus gebracht. Vier Jugendliche aus einem zunächst vermissten zweiten Kajak hatten sich rechtzeitig ans Ufer retten können.

In Straelen fiel für 16.000 Bürger kurzzeitig der Strom aus, wie die Landesleitstelle der Polizei in Duisburg berichtete.

In Solingen sorgte das Unwetter dafür, dass die Deutsche Bahn während des Bahn-Streiks zwischenzeitlich auch die einzig verbliebene Notfahrplan-Verbindung zwischen Düsseldorf und Solingen streichen musste: Im Bereich Vogelpark beschädigte ein umgestürzter Baum die Oberleitung. Gegen 18 Uhr war die Strecke wieder frei. Auch auf der Linie des RE1 zwischen Aachen und Düren kommt es wegen umgestürzter Bäume mitten im Bahn-Streik zu Behinderungen.

Für Aufsehen sorgte ein Sandsturm in Jüchen. Menschen mussten sich die Jacke über den Kopf ziehen, der Sand drang bis in die Häuser. Laut RWE handelt es sich um aufgewirbelten Grobstaub aus dem Tagebau.

In Bedburg-Hau drohte ein großer Baum auf ein Wohnhaus zu stürzen. Foto: Polizei

Im Raum Viersen wurden hauptsächlich Bäume entwurzelt, in einem Fall wurden einige Ziegel eines Hauses herabgeweht. Zwei geparkte Autos wurden dabei beschädigt, wie die Polizei mitteilte. Ein umstürzender Baum in Nettetal-Kaldenkirchen vor dem Jobcenter fiel unglücklich auf vier Autos und verursachte einen Schaden von mehreren tausend Euro.

Im Kreis Kleve fielen insgesamt zwölf Bäume um. In Kranenburg und Kleve rückte die Feuerwehr mit je drei Einsätzen am häufigsten aus. In Emmerich fiel ein Baum in der Nähe eines Bahnübergangs direkt auf die Oberleitung. Hier kam es zu einer 20-minütigen Vollsperrung. In der Gemeinde Bedburg-Hau drohte ein Baum auf ein Wohnhaus zu stürzen.

In Duisburg musste die Feuerwehr rund 20 Mal wegen umgestürzter Bäume und losen Bauteilen an Gebäuden ausrücken. In Leverkusen lösten sich Teile einer Solaranlage vom Dach eines Schulgebäudes.

In Wuppertal wurde aufgrund des Wetters um 16.30 Uhr der Zoo geschlossen. Besucher hatten zuvor auf einen großen Kastanienast aufmerksam gemacht, der abgebrochen und auf einen Weg gestürzt war.

Die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes besteht weiterhin bis Dienstagabend um 21 Uhr. Auch am Mittwoch soll das Wetter ähnlich bleiben. "Bei 17 bis 19 Grad weht der Wind mäßig bis stark. Es bleibt bewölkt, kurzzeitig kann es zu Gewittern kommen", sagte eine Sprecherin.

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(RP/ dpa)