Studie zu Lebensverhältnissen: NRW-Städte sind Schlusslichter

Studie zu Lebensverhältnissen: NRW-Städte belegen letzte Plätze in Ranking

In einer neuen großen Studie bezüglich der Lebensqualität in deutschen Städten kommen viele in NRW schlecht weg. Außerdem sind die Unterschiede der Regionen in Deutschland zwischen Nord und Süd größer als zwischen Ost und West.

Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche wissenschaftliche Studie im Auftrag des ZDF, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das Gesamtranking wird angeführt von München mit 207 von 300 möglichen Punkten vor Heidelberg (205) und Starnberg (204). Auf Platz vier folgt Potsdam (203) als erste Stadt im Norden.

Insgesamt macht die Studie ein Nord-Süd-Gefälle bei den Lebensverhältnissen in Deutschland sichtbar. Die Regionen in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen erreichen zusammengenommen im Schnitt 177 Punkte, nordwestdeutsche Regionen in NRW, Niedersachsen, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein nur 152. Das sind 25 Punkte Unterschied. Der Unterschied zwischen West und Ost beträgt hingegen nur drei Punkte.

Der Ruhrpott ist das Schlusslicht

Oberhausen, Duisburg, Herne und Gelsenkirchen bilden die Schlusslichter der 401 Kreise und Städte, deren Lebensverhältnisse in 53 verschiedenen Kategorien untersucht wurden. Das Duell der Metropolen im Westen am Rhein gewinnt Düsseldorf deutlich: Die NRW-Landeshauptstadt erreicht Platz 101, Köln nur Rang 222. Die Industriestädte Leverkusen (361) und Wuppertal (371) sind weit abgeschlagen. Mönchengladbach liegt sogar noch mit Rang 388 dahinter. Solingen liegt auf Platz 364 und Krefeld erreicht Rang 375. Die höchste Lebensqualität gibt es in NRW in Münster, das mit 190 Punkten auf Rang 33 liegt.

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Auf dem Land schneiden der Kreis Nienburg (135) in Niedersachsen, die Uckermark (143) in Brandenburg und der Vogelsbergkreis (155) in Hessen schlecht ab - dort liegt die Gesamtpunktzahl jeweils deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 166 Punkten.

Jede Region konnte maximal 300 Punkte erreichen. Mit 207 Punkten steht Spitzenreiter München zwar vorne, aber auch vor großen Herausforderungen: Wohnen ist teuer, es gibt zu wenig Kita-Plätze, die Luftqualität ist eher schlecht. Umgekehrt gehen die Regionen am unteren Ende des Rankings nicht leer aus. Auf dem letzten Platz erreicht Gelsenkirchen noch 109 Punkte. Gelsenkirchen punktet zum Beispiel mit Kulturangeboten und bezahlbarem Wohnraum.

Für die Erhebung des Regionen-Rankings zu den Lebensverhältnissen in Deutschland hat das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos amtliche Statistiken ebenso ausgewertet wie Daten zu Grundbedürfnissen wie Gesundheit, Wohnen, Versorgung, Arbeit, Sicherheit oder Freizeit. Subjektive Einschätzungen etwa mit Hilfe von Befragungen seien bewusst nicht einbezogen worden, erklärte Prognos.

(felt/dpa)