Test der Verbraucherzentrale NRW: Studenten wollen Geld anlegen — jeder dritte Berater fällt durch

Test der Verbraucherzentrale NRW : Studenten wollen Geld anlegen — jeder dritte Berater fällt durch

Bei zwölf Banken und Sparkassen haben sich Studenten im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW beraten lassen. Mit mangelhaftem Ergebnis: Jeder dritte Berater fiel durch und riet zu riskanten Fonds.

Eine kleine Erbschaft von 15.000 Euro zwischenparken wollten Studenten, die bei zwölf Geldinstituten vorsprachen. Schließlich sollte das Erbe die finanzielle Basis für ein anstehendes Studienjahr im Ausland bilden. Sicherheit und dazu eine kleine Rendite sollten bei der Anlage deshalb im Vordergrund stehen. Doch dieser einfache Fall überforderte die meisten. Fast alle machten Fehler, jede dritte Anlageempfehlung passte nicht zum Kunden. Eine Bank verweigerte dem Test-Kunden die Beratung.

Was kommt regelmäßig rein (800 Euro im Monat), was geht wieder raus (800 Euro - allein die Miete beträgt 350 Euro), und was gibt es an Rücklagen (0 Euro) - die Antworten auf diese Fragen sind unabdingbare Voraussetzung, um kompetenten Rat zu erteilen. Doch bei gleich sieben Gesprächen erkundigte sich niemand nach den laufenden Einnahmen, noch nach den Ausgaben, wie die zentrale am Freitag mitteilte. Lediglich zwei Mitarbeiter erfragten die wichtigen Details.

Ähnlich sah es bei der Frage nach den finanziellen Reserven aus. Sechs Berater zeigten in diesem Punkt völliges Desinteresse. Und drei wussten am Ende des Gesprächs auch nicht, welche Pläne die Testpersonen mit ihrem Geld hatten. Überhaupt hätte Nachfragen Interessantes ans Licht gebracht. Nur eine Beraterin fand so heraus, dass der junge Kunde stets den Dispokredit von 1000 Euro voll am Limit fuhr. Als einzige empfahl sie ihm deshalb, zuerst die Schulden zu tilgen.

Auf halben Weg stecken blieb dagegen ein Mitarbeiter, der sich zwar beiläugig nach einem vorhandenen "Dispo" erkundigte, allerdings nicht nach der genauen Höhe und Ausnutzung. Wer fragt, gewinnt. So wundert es nicht, dass die allein nachfragende Beraterin eine Anlageform empfahl, die zu der Situation des Kunden passte: ein Tagesgeldkonto. Alternativ wären nur ein verzinstes Girokonto und ein Festgeldkonto infrage gekommen — denn mit beidem ließe sich nach Angaben der Zentrale sicherstellen, dass das Geld ein wenig Zinsen einspielt, aber zum gewünschten Zeitpunkt wieder zur Verfügung steht.

Überraschend: Trotz ihrer Beratung per Glaskugel kamen zwei Drittel der besuchten Institute ebenfalls zu geeigneten Empfehlungen. Jeder dritte Berater riet dagegen zu Fonds und Versicherungen. Diese spielen den Banken und Sparkassen zwar höhere Provisionen ein, wären aber für die Testkunden zu riskant oder nicht rechtzeitig kündbar gewesen.

Hier einige Beispiele aus dem Test:

Hier geht es zur Infostrecke: Girokonto zum Nulltarif

(met)