Streiks an Flughäfen: Der Verdi-Arbeitskampf ist unnötig

Kommentar zu Flughafen-Streiks: Unnötiger Arbeitskampf

Eines muss man Verdi zugutehalten: Immerhin hat die Gewerkschaft die Streiks des Sicherheitspersonals an den Airports nicht in den Weihnachtsferien losgetreten. Trotzdem ist der Arbeitskampf überzogen.

Der Arbeitskampf an diesem Donnerstag trifft weniger Menschen, als es beispielsweise am vergangenen Wochenende der Fall gewesen wäre. Aber auch so sind viele Tausend Menschen betroffen (mehr dazu in unserem Liveblog).

Trotzdem ist ein eintägiger Arbeitskampf an drei der größten Airports Deutschlands weit überzogen, um während der Verhandlungen noch einmal Druck zu machen. Aktuell verdienen die Sicherheitsleute 17 Euro die Stunde, die Arbeitgeber haben laut ihren Aussagen bereits für 2020 18 Euro angeboten. Da müsste ein Kompromiss bei etwas gutem Willen möglich sein, obwohl die Gewerkschaft 20 Euro fordert.

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Dabei zeigt die Härte der Konfrontation, dass es Verdi um mehr geht als um das Sicherheitspersonal an den Airports. Diese Berufsgruppe soll stellvertretend ein grundsätzlich höheres Lohnniveau in vielen Servicebereichen durchsetzen. Zum Teil sind diese Forderungen verständlich, gerade um die oft sehr niedrigen Rentenansprüche aufzubessern, zum Teil auch riskant. Nach jeder sehr hohen Lohnsteigerung in Deutschland haben die Arbeitgeber bisher Jobs gestrichen.

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