Straftäter flieht aus JVA Gelsenkirchen

Ausbruch aus JVA Gelsenkirchen: Häftling windet sich durch Fenstergitter

Am frühen Mittwochmorgen ist ein 31-jähriger Häftling aus dem Gefängnis in Gelsenkirchen geflohen. Der Mann sägte die Fenstergitter an und zwängte sich hindurch. Hinter der Gefängnismauer wartete ein Helfer mit einem Auto.

Der Flüchtige ist ein 31-jähriger Deutscher. Mit einem aktuellen Foto fahndet die Polizei nun nach dem entwichenen Strafgefangenen Egon Lefler.

Die JVA in Gelsenkirchen: Hier konnte der Gefangene entkommen. Foto: dpa, dpa

Der Mann hat offenbar am Morgen gegen 5.30 Uhr mit einer Säge die Gitter vor seinem Zellenfenster im Erdgeschoss angesägt, den Gitterstab zur Seite gebogen und sich durch den Spalt gezwängt. Dann gelangte er in den Hof und kletterte über einen Elektrozaun. Dadurch wurde auch sofort Alarm ausgelöst, sagte ein Sprecher der Justizministeriums unserer Redaktion.

Dennoch gelangte der Häftling bis zur Gefängnismauer. Dort wurde ihm eine Leiter herübergeworfen. "Ihm wurde also geholfen", so der Sprecher. Der 31-Jährige kletterte über die Mauer, auf der anderen Seite wartete dann ein Helfer im Auto. Der 31-Jährige ist nun auf der Flucht.

"Das muss blitzschnell gegangen sein. So schnell konnten die Kollegen wohl nicht reagieren", sagt Peter Brock, Vorsitzender vom Bund der Strafvollzugsbediensteten NRW. Er könne sich nur schwer vorstellen, dass so eine Flucht dort passieren konnte: "Von der Technik her ist die JVA Gelsenkirchen sehr gut ausgestattet".

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Der Mann saß seit 2010 im Gefängnis, seit 2011 in der JVA Gelsenkirchen. Er wurde wegen Raub, Betrugs und einem Tankstellenüberfall verurteilt. Seine Haftstrafe hätte er am 27. September 2015 abgesessen, allerdings sollte er anschließende wegen Drogensucht in eine Entziehungsanstalt.

Seit dem 1. Juli 2012 sind im NRW-Strafvollzug mindestens 374 Häftlinge entwichen. Mindestens 18 sind bis heute noch flüchtig. Das geht aus einer Vorlage für eine Sitzung im Innenausschuss des Landtags hervor.

Prozess wegen Kindstötung verzögert sich

Der Ausbruch des Mannes hat auch den Verhandlungsbeginn im Mordprozess gegen eine Frau in Arnsberg verzögert. Die 22-Jährige, die ebenfalls in dem Gefängnis in Gelsenkirchen sitzt, war am Mittwochvormittag nicht rechtzeitig zum Beginn der Verhandlung am Landgericht gebracht worden. Erst am späten Vormittag traf sie ein. In dem Prozess ist die junge Mutter wegen Mordes an ihrer knapp vier Monate alten Tochter angeklagt. Der Säugling verhungerte und verdurstete, während die Mutter im Drogenrausch feierte. Für den Mittwoch wurden Plädoyers und Urteil erwartet.

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