Stefan Raabs Comeback Lasst es bitte ein Scherz sein!

Meinung | Düsseldorf · Der ehemalige Moderator Stefan Raab will gegen die ehemalige Box-Weltmeisterin Regina Halmich in den Ring steigen. Das ist nicht nur witzlos, sondern auch vollkommen überflüssig.

Stefan Raab: Shows, Preise, Karriere - das ist der Ex-Moderator
37 Bilder

Das ist Stefan Raab

37 Bilder
Foto: dpa/Matthias Balk

Es schien so abstrus, dass alle bis zuletzt an einen Aprilscherz glaubten: Stefan Raab kommt zurück, um gegen die ehemalige Box-Weltmeisterin Regina Halmich in den Ring zu steigen. Schon allein die Nachricht, dass der 57-Jährige ein TV-Comeback plant, wäre für sich eine Sensation. Dass er nun zurückkehrt, um sich von Halmich zum dritten Mal sozusagen auf die Bretter schicken zu lassen, ist geradezu unfassbar, haarsträubend, irrwitzig. Und damit auch typisch Raab, der es immer perfekt verstanden hat, Erwartungen zu unterlaufen und sich nie oder wenig darum scherte, was die mediale Öffentlichkeit über ihn dachte. Raabs Maßstab, seine Leitlinie waren stets der eigene, von Ehrgeiz befeuerte Spaßfaktor und die Meinung des Publikums. Wenn das passte, war alles gut.

Trotzdem wirkt der angekündigte „Final Fight“, so spektakulär er auch mediale Wellen schlagen mag, wie der verzweifelte Versuch eines Pensionärs, noch einmal das ganz große Rad zu drehen. Eine Art Endkampf längst verblichener Größen ihres Fachs, denen es zu langweilig geworden ist auf dem Frührenten-Sofa. So wie im Boxzelt auf dem Rummel auch diejenigen hoffen, einen Glückstreffer zu landen, die sonst nur noch wenig zu melden haben. Schon die ersten beiden Kämpfe zwischen Raab und Halmich 2001 und 2007 hatten einen gewissen Peinlichkeitsfaktor; ein Grund, dieses Match zu wiederholen, will sich partout nicht aufdrängen. Außer vielleicht, um damit einen Paukenschlag zu setzen für ein neues, dauerhafteres Projekt. Aber selbst dann gilt: Nur weil man es kann, muss man nicht alles umsetzen, was möglich ist.

Bislang galt Raabs Konsequenz, mit der er sich vor rund zehn Jahren aus dem Showgeschäft zumindest vor der Kamera zurückgezogen hat, als vorbildlich. Nicht einmal hat er der Versuchung nachgegeben, wieder ins Rampenlicht zu treten, stattdessen seine Formate wie „TV total“ oder „Schlag den Star“ anderen Moderatoren überlassen und als graue Eminenz im Hintergrund gewirkt. Nun kommt er doch zurück, aber nicht mit einem revolutionären Konzept für den Eurovision Song Contest oder einer nie gesehenen Spielshow, sondern einem Boxkampf, der keiner ist. Sondern nur sinnloses Spektakel. Wie gesagt, alles nicht zu fassen. Oder bitte, bitte doch ein Scherz.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort