Sperrung: Wuppertal bis Ende August ohne Bahn-Anschluss

Schienenersatzverkehr eingerichtet: Wuppertal bis Ende August ohne Bahnanschluss

Für die Wuppertaler ist in den kommenden sechs Wochen Improvisieren angesagt: Die Bahn fährt die siebtgrößte Stadt von NRW bis Ende August nicht an. Als Ersatz ist eine Armada von Bussen in der Region unterwegs. Am Ende der Auszeit soll ein neues Stellwerk für die Bahn fertig sein.

Am ersten Tag nach der Bahnsperrung in Wuppertal ist der Verkehr überwiegend reibungslos angelaufen. "Es läuft auf den Straßen", sagte ein Polizeisprecher. Es habe am Montagmorgen kaum Staus im Stadtgebiet gegeben. Die siebtgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen ist seit Sonntagabend für mehr als sechs Wochen komplett vom Netz der Bahn abgeschnitten.

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Die Sperrung dauert während der Sommerferien von Nordrhein-Westfalen. An Werktagen sind täglich Zehntausende Pendler von dem in NRW beispiellosen Einschnitt betroffen. Viele Betroffene können in der Zeit mehr Heimarbeit machen oder haben Fahrgemeinschaften gebildet. Am 30. August um 4 Uhr soll der Schienenverkehr wieder nach Plan starten.

Grund für den mehr als sechs Wochen langen Stopp des Bahnverkehrs ist die Einrichtung eines neuen Stellwerks für 32 Millionen Euro. Das neue Werk ersetzt drei überalterte Anlagen aus den 1960er Jahren.

  • Wuppertal : Das große ABC zur Bahnsperrung in den Sommerferien

>>>Das große ABC zur Bahnsperrung in den Sommerferien finden Sie hier<<<

Ein Schienenersatzverkehr verbindet Wuppertal mit dem etwa 30 Kilometer entfernten Düsseldorf sowie dem benachbarten Solingen.

Die sonst auf der Bahnstrecke fahrenden Verkehrsunternehmen setzen 230 Fahrer und 90 Busse ein, um den Zugverkehr zu ersetzen. Zwischen Wuppertal und dem etwa 30 Kilometer entfernten Düsseldorf fahren bis zu acht Schnellbusse pro Stunde und Richtung. Der Fernverkehr mit ICE- und IC-Zügen wird über das Ruhrgebiet umgeleitet.

Nach den Erfahrungen aus der ersten Sperrung in den Osterferien haben Bahn und beteiligte Verkehrsunternehmen die Ersatzverbindungen mit Bussen massiv ausgeweitet. Reisende hatten heftig Kritik geübt: Teils mussten Fahrgäste ortsunkundigen Fahrern den Weg zeigen. Die Fahrtzeiten auf der überfüllten Autobahn waren zu knapp kalkuliert und die Ersatzhaltestellen schlecht ausgeschildert.

(lnw)