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SPD-Fraktion schickt Fragenkatalog zum Missbrauch in Münster an Reul

Missbrauchsfall in Münster : SPD-Fraktion schickt Fragenkatalog an NRW-Innenminister Reul

Viele offene Fragen und Unverständnis, warum nach den ersten Hinweisen ein Jahr lang nichts passiert sei. Die SPD-Fraktion im Landtag Düsseldorf fordert Antworten im Missbrauchsfall von Münster.

Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag fordert im Missbrauchsfall Münster von Innenminister Herbert Reul (CDU) die Klärung von offenen Fragen. So äußerten der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Hartmut Ganzke, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz Unverständnis, warum in dem Fall ein Jahr vergangen sei nach einem ersten Hinweis auf den Missbrauch und der Festnahme des Hauptbeschuldigten im Mai 2020.

„Was ist mit den Speichermedien in dem Jahr passiert? Wer hat versucht, sie zu entschlüsseln? Falls es keine externe Firmen waren, warum nicht?“, sagte Ganzke. Auch müsse die Rolle der Ermittler kritisch hinterfragt werden. „Sind alle Behörden nach der ersten Durchsuchung im Mai 2019 informiert worden?“, fragte der SPD-Politiker. Nach der Meinung des Landtagsabgeordneten und Rechtsanwalts hätte spätestens zu diesem Zeitpunkt das Jugendamt in Münster ein betroffenes Opfer aus seinem Umfeld holen müssen.

Nach Angaben der Stadt Münster war die Familie des Opfers über Jahre im Blick des Jugendamtes. Zusammen mit anderen Experten sei aber entschieden worden, der Mutter und Lebensgefährtin des Hauptbeschuldigten das Kind nicht zu entziehen. Diese Sicht sei auch durch das Amtsgericht in Münster bestätigt worden.

(chal/dpa)