Spargel zu Ostern 2018 selten und teuer

Langer und harter Winter: Spargel zu Ostern selten und teuer

Der Boden ist auf vielen Feldern noch zu kalt, die Stangen werden erst in zwei Wochen reif. Wer zu Ostern dennoch nicht auf Spargel verzichten will, kann das Gemüse aber bereits jetzt bei Landwirten kaufen, die ihre Felder heizen.

Spargelsalat zu Karfreitag, Spargelcremesuppe oder Spargel als Beilage zum Lamm am Ostersonntag: In diesem Jahr könnte es damit schwierig werden. Der Boden ist nach dem Dauerfrost der letzten Wochen zu kalt, der Spargel ist vielerorts noch nicht erntereif. "Für NRW rechnen wir mit dem Beginn der Saison etwa ab dem 9. April", sagt Christiane James, Sprecherin des Portals "Spargelstraße NRW", das an Rhein und Ruhr 168 Mitgliedsbetriebe hat.

Wird es in den nächsten Tagen noch einmal deutlich kälter, könnte sich der Termin sogar noch ein wenig nach hinten verschieben. "Das Wetter ist entscheidend", sagt der Spargelberater der Landwirtschaftskammer NRW, Carsten Wenke. Sobald die Sonne rauskomme, könne es schnell gehen: "Wir stehen in den Startlöchern."

Einige Landwirte heizen ihre Felder

Insgesamt rechnen die Spargelbauern laut James aber mit einer ertragreichen Saison. Um die zwölf bis 14 Euro soll das Kilo ähnlich wie im vergangenen Jahr kosten. Wer schon zu Ostern Spargel genießen will, muss meist etwas tiefer in die Tasche greifen. Einige wenige Betriebe können das Gemüse nämlich schon jetzt anbieten. Sie heizen ihre Felder - teils mit Abwärme, teils mit Gas. Das lässt den Spargel schneller reifen.

Jürgen Robertz aus Kaarst benutzt für einen Teil seiner Felder Gas. "Das funktioniert quasi wie eine Fußbodenheizung", sagt der Landwirt. "So können wir den Saisonbeginn selbst festlegen." Oft sei man dank der Methode zwei bis drei Wochen früher dran als die reguläre Spargelsaison.

So auch dieses Jahr: Im Hofladen und an den Verkaufsständen der Familie gibt es seit gestern frischen Spargel - "pünktlich zu Ostern", sagt Robertz. Bislang wird allerdings nur die weiße Variante angeboten, der grüne Spargel ist noch nicht reif. In 14 Tagen soll es so weit sein. Zwischen neun und 19 Euro kostet das Kilo des Frühgemüses in diesem Jahr. "Beim Kunden kommt es gut an, dass er schon so früh Spargel bekommt." Schon am ersten Tag war viel los im Kaarster Hofladen, der Landwirt ist zufrieden mit dem eigenen Saisonbeginn.

  • Ernte verzögert sich : Dem Spargel ist es in NRW noch zu kalt

Warmes Wasser wird in die Felder gepumpt

Auch der Betrieb Dom Spargel bei Hürth im Rheinland hat schon den ersten Spargel im Angebot. Hier wird mit Abwärme einer nahen Industrieanlage geheizt, erklärt Landwirt Alexander Thomas. Etwa 35 Grad warmes Wasser wird in Leitungen durch das Feld gepumpt. Rund 20 Hektar werden seit Mitte Januar beheizt.

Die Ernte läuft dem Landwirt zufolge aber trotzdem langsam an. "Der Frost hat auch das Wachstum des Spargels auf den beheizten Feldern gebremst", sagt Thomas. "Momentan muss man den Spargel eher suchen als ernten." Sechs der 20 Verkaufsstände sind aber bereits offen. Zwischen 8,90 und 19,90 Euro kostet das Kilo dort. Mitte April soll es dann auch hier richtig losgehen mit der Saison.

Deutscher Rekord im Jahr 2017

In Deutschland gehört Spargel zu den beliebtesten Gemüsen überhaupt. Die Stangen gelten als Alleskönner: gesund, lecker und einfach zuzubereiten. Lange war der Genuss von Spargel dem Adel vorbehalten, da die Aufzucht langwierig und teuer war. Mittlerweile kann sich jedermann das Gemüse leisten - und Spargel wird immer beliebter.

Mehr als 127.000 Tonnen wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge im vergangenen Jahr gestochen - deutscher Ernterekord. In NRW befinden sich die drittgrößten Anbauflächen der Bundesrepublik. 2017 wurden auf den hiesigen Spargelfeldern rund 19.000 Tonnen des Gemüses geerntet.

(kess)