Spargel-Saison 2018 in NRW startet - Was Sie wissen müssen

Noch knapp und teuer: Was Sie zum Start der Spargelsaison wissen müssen

Für Spargel-Fans hat das Warten ein Ende: Die Saison ist in NRW offiziell gestartet. Doch noch ist der Spargel knapp - und der Kilopreis entsprechend hoch. Was Sie rund um das Gemüse und die diesjährige Ernte wissen müssen, lesen Sie hier.

Der allererste Spargel wurde trotz der lange kühlen Witterung sogar noch vor Ostern gestochen - im rheinischen Braunkohlerevier, wo die Abwärme des Kohlekraftwerks Niederaußem eine besonders frühe Ernte ermöglicht. Am Mittwoch hat NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) in Lünen nun auch offiziell die Spargelsaison in Nordrhein-Westfalen eröffnet.

Jetzt beginnt die Ernte landesweit. 400 landwirtschaftliche Betriebe bauen in NRW auf rund 3800 Hektar Spargel an. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen etwa 18.500 Tonnen Spargel geerntet. Das edle Gemüse gibt es in weiß, grün oder lila. Man kann es roh essen, gekocht oder gebraten. Wir klären die wichtigsten Fragen zur Saison:

Die Spargelsaison in NRW ist in diesem Jahr etwas verspätet gestartet. Schuld sind die kühlen Temperaturen der vergangenen Wochen. "Der Spargel braucht nicht nur Sonne, sondern auch Regen. Ein gemischtes Frühlingswetter", erklärt ein Spargelexperte der Landwirtschaftskammer. Noch sei der Spargel knapp und der Kilopreis hoch. Das zuletzt milde Wetter stimme ihn jedoch zuversichtlich: "Wir können davon ausgehen, dass die Ernte nächste Woche schon wesentlich einfacher wird."

Die Spargelzeit geht traditionell bis zum 24. Juni. Mit einer Rekordernte wie im vergangenen Jahr rechnen Spargelbauern aber nicht. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2017 bundesweit 127.800 Tonnen Spargel geerntet - so viel wie nie zuvor. 2016 waren es noch 120.014 Tonnen. Die Verbraucher hat's gefreut: Große Mengen bedeuten in der Regel niedrigere Preise.

Rund 20 Prozent der gesamtdeutschen Produktion werden in unserem Bundesland geerntet. Hochburgen sind etwa das niederrheinische Walbeck, Füchtdorf im Münsterland oder Waltrop im Ruhrgebiet. "Die Orte sind wegen ihrer Bodenstruktur, also leicht erwärmbaren Sandböden, ideal für Spargel", sagt Willy Kreienbaum von der Spargelvereinigung Westfalen-Lippe. Übrigens stammen mehr als 80 Prozent des in Deutschland verzehrten Spargels aus heimischer Produktion - der Rest wird aus anderen Ländern importiert. Das zeigt: Spargelliebhaber bevorzugen heimische und regionale Ware.

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Viele lieben ihn natürlich wegen des Geschmacks. Aber da ist noch ein anderer Aspekt: Spargel gibt es nur wenige Wochen im Jahr aus heimischer Produktion, auch das macht ihn so begehrt. Und: Man spricht dem Spargel eine besondere Manneskraft zu. Tatsächlich enthält Spargel viele Mineralstoffe und soll schon in der Antike als Aphrodisiakum eingesetzt worden sein. Spargel wirkt außerdem stark entwässernd, hat wenig Kalorien und wenig Fett, dafür aber viele Vitamine.

Das sieht man an den Schnittenden. Beim Zusammendrücken muss noch Saft herausfließen. Frischer Spargel ist außerdem hart und lässt sich kaum verbiegen. Aufschluss gibt zudem der Quietschtest: Macht der Spargel beim Aneinanderreiben Geräusche, ist das ein Zeichen für Frische.

Der Klassiker unter den Spargelgerichten: gekochter Spargel mit Sauce Hollandaise und rohem oder gekochtem Schinken. Der Koch Andreas Piorek aus dem Sauerland hat aber noch ganz andere Rezepte auf Lager. Sein Lieblingsgericht: Den Spargel ankochen und ihn dann wie ein Schnitzel in einer Sesam-Panade braten. "Dazu dann ein leichter Joghurtdip mit einem Spritzer Zitrone. Das schmeckt super nussig und ist eine schöne leichte Geschichte." Für Experimentierfreudige empfiehlt der Koch: Den Spargel roh als Salat genießen - oder auch als Nachtisch mit Schokoladensoße.

Spargelesser kennen es: Nach dem Spargelverzehr riecht der ausgeschiedene Urin unangenehm. Auslöser dafür sind Abbauprodukte der im Spargel enthaltenen Asparaginsäure, einem natürlich vorkommenden schwefelhaltigen Aromastoff.

(oko)