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"Sommerhaus der Stars" 2020: Promi-WG trifft sich dieses Jahr in Bocholt

„Sommerhaus der Stars“ : Promi-WG trifft sich in Bocholt

Das „Sommerhaus der Stars“ wurde in diesem Jahr wegen der Pandemie von Portugal ins Münsterland verlegt. In der RTL-Show kämpfen acht mehr oder minder bekannte Reality-Stars um 50.000 Euro. Dabei geht es ruppig zu.

So richtig sommerlich geht es im „Sommerhaus der Stars“ in diesem Jahr nicht zu. Ist der Sender RTL doch mit seinen eher mittelmäßig bekannten Promis plus deren Lebenspartnern wegen der Corona-Pandemie nicht ins sonnenverwöhnte Portugal gezogen, sondern hat im münsterländischen Bocholt gedreht. RTL verspricht „rustikales und landestypisches Ambiente“, der Putz des Hauses blättere und der Pool sei eher klein. So kommen die Bewohner wenigstens schnell auf Betriebstemperatur – denn wie immer bei solchen Formaten geht es vor allem um hitzig geführte Auseinandersetzungen. Und daran herrscht in der Regel kein Mangel.

Das „Sommerhaus der Stars“ verhandelte in den vergangenen Staffeln, wenn man so will, auf besonders effektive Weise die Abgründe menschlichen Zusammenlebens – das muss man nicht mögen, füllt aber bei den Privaten mittlerweile beträchtlich Sendezeit. Fast lief die Show gar dem zweiten derartigen Erfolgsformat bei RTL, „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“, den Rang ab. Mit der Inszenierung von Intrigen, Eskalationen und eher wenig friedvollen Arten des Beisammenseins kennt man sich beim Kölner Privatsender bestens aus.

Nun nimmt das „Sommerhaus“ in der neuen Staffel auch noch den ehrwürdigen Sonntagabend in Angriff und attackiert den gesamtdeutschen Quotenliebling „Tatort“. Los geht es zwar am Mittwoch (9. September, 20.15 Uhr, RTL), bereits am 20. und 27. sind aber Sonntagsausgaben geplant. Ab Oktober wird dann nur noch sonntags gesendet – bis zum Finale, das erst am 1. November steigt. Das „Sommerhaus“ wird in dieser Saison also ein Sommer-Herbst-und-Winterhaus.

Für das notwendige Feuer sorgen dann eben die beteiligten Promis mit ihren Partnern. Auch die ersten Nachrichten aus Bocholt stimmen in diesem Sinne hoffnungsvoll. Wie schon durchsickerte, verließen das stets meinungsstarke Reality-TV-Sternchen Georgina Fleur (Dschungelcamp) und ihr Partner Kubi beim Dreh bereits nach drei Tagen die teutonische Behausung – Grund sollen heftige Streitigkeiten mit den anderen Paaren gewesen sein.

Insgesamt hat RTL für das karge Ferienheim mit seinen Stockbetten wieder eine illustre Truppe von vermeintlich bekannten Menschen zusammengewürfelt. Dazu zählt unter anderem das „Bachelor“-Paar Andrej Mangold und Jennifer Lange sowie die „Deutschland sucht den Superstar“-Kandidatin Annemarie Eilfeld, die den Marketingexperten Tim Sandt als Partner mitbringt. Eilfeld war wie Georgina Fleur jüngst schon Teil der neuen RTL2-Show „Kampf der Realitystars“, die wiederum den Geist des „Sommerhauses“ atmet. Das boomende Reality-Genre schafft mittlerweile seine eigene Realität, eine selbstreferentielle Parallelwelt der im Medienzirkus Gestrandeten. Realitystar ist heute ein Beruf, der seine Frau und seinen Mann ernährt, wenn man bereit ist, alles von sich und jeden anderen preiszugeben. Am Ende liegen sich aber alle in den Armen und ziehen weiter zur nächsten Show. War nicht böse gemeint, alles nur Geschäft. So entlarvt das Format nebenbei die Mechanismen des Medienbetriebs – Promis führen sich vor und werden vorgeführt, ein ewiger Kreislauf.

Ferner sind dabei: Die muskulösen „Goodbye Deutschland“-Auswanderer Andreas und Caroline Robens; das Reality-Sternchen Denise Kappés („Der Bachelor“) und Sänger Henning Merten; das Influencer-Paar Lisha und Lou; die „Bullyparade“-Schauspielerin Diana Herold mit Betriebswirt Michael Tomaschautzki; der Hypnotiseur Martin Bolze (62) mit Designerin Michaela Scherer. Als Nachrücker stoßen nach Angaben von rtl.de Eva Benetatou („Bachelor“) und ihr Verlobter Chris sowie Iris Klein, Mutter von Daniela Katzenberger, mit Mann Peter dazu.

Sie alle hoffen, am Ende den Gewinn von 50.000 Euro mit nach Hause zu nehmen. RTL wiederum hofft auf Spitzen-Quoten. Die Ankündigung 2020 liest sich vollmundig. „Wir hätten diese Show auch ins Kino bringen können.“ (mit dpa)