Sommer 2019: Unwetter treffen mehrere Regionen von NRW

Wetterkapriolen : Unwetter treffen mehrere Regionen von NRW

In Düsseldorf musste temporär die Kirmes geräumt werden. In Mönchengladbach hagelte und stürmte es teils heftig. Weitere Gebiete wurden von Unwettern getroffen. In Weeze beim Parookaville-Festival und in Aachen beim Chio kam man mit einem blauen Auge davon.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für Teile Nordrhein-Westfalens eine Unwetterwarnung herausgegeben. Am Samstagnachmittag gab es bereits teils schwere Gewitter, berichteten die Meteorologen. Betroffen waren vornehmlich unter anderem große Teile des Regierungsbezirks Düsseldorf zwischen Mönchengladbach und Essen, aber auch der Großraum Bonn und Münster und der Hochsauerlandkreis.

In Düsseldorf musste die Rheinkirmes geräumt werden. In Mönchengladbach kamen dicke Hagelkörner und Starkregen vom Himmel.

Die Feuerwehr meldet, dass sie zu 83 Einsätzen im gesamten Stadtgebiet (Stand: 17:30 Uhr) ausrücken musste. Den Angaben zufolge wurden Straßen überflutet, Dächer beschädigt oder abgedeckt. Zudem sind Bäume umgestürzt und Astwerk abgerissen.

Laut Feuerwehr Mönchengladbach droht in der Zedernstraße ein Baum in ein Mehrfamilienhaus zu stürzen. Aktuell wird der Baum mit Hilfe des Feuerwehrkrans gesichert und dann abgetragen. Die Zedernstraße ist am Abend voll gesperrt. In der Schützenstraße müssen ebenfalls Bäume durch die Feuerwehr gesichert und dann kontrolliert abgetragen werden. Die städtische Feuerwehr bittet die Mönchengladbacher, im Sinne der eigenen Sicherheit, öffentliche Grünflächen, die städtischen Friedhöfe und Wälder zu meiden. Diese Warnung gilt auch noch für die nächsten Tage, da durch den Sturm Bäume geschädigt sein können und eine Gefahr darstellen.

Auch im Kreis Heinsberg, besonders in Kleingladbach, waren Straßen überflutet.

Einige Twitter-User melden, dass sie einen Tornado über Düsseldorf gesehen haben wollen. In diesem Video eines Twitter-Users ist ein Tornado-Rüssel in Ansätzen erkennbar. Der Deutsche Wetterdienst in Essen wollte unserer Redaktion ohne Begutachtung des betroffenen Bereiches (Schäden am Boden und Häusern) nur anhand des Bildmaterials nicht bestätigen, dass es sich um einen Tornado gehandelt habe.

Dieses Foto stammt vom Düsseldorfer Flughafen. Foto: Sven Wolsbeck

In Weeze beim Parookaville-Festival warnen die Veranstalter auf digitalen Anzeigetafeln vor möglichen schweren Gewittern. Besucher sollen die Sicherheitsempfehlungen lesen. Das Schwimmbad auf dem Festival-Gelände wurde aus Sicherheitsgründen geräumt. Fahrgeschäfte waren rund eine Stunde lang nicht in Betrieb. Gegen 17 Uhr kam dann Entwarnung. Das Bühnenprogramm war zu keiner Zeit unterbrochen.

Die Veranstalter von Parookaville betonen, dass sie vorbereitet sind. „Wir haben zwei eigene Meterologen vor Ort, die die Wetterdaten für den Festivalstandort auswerten“, so Philip Christmann. Man bekomme zusätzliche Daten vom Flughafen. „Wir beobachten und analysieren die Daten sehr genau und treffen darauf basierend unsere Entscheidungen.“

Weniger Glück hatten die Teilnehmer des „Holi Festival Of Colours“ in Leverkusen. Gegen 19 Uhr wurde das Event, das eigentlich noch bis 22 Uhr andauern sollte, wegen eines aufkommenden Gewitters abgebrochen.

Beim Reitturnier CHIO in Aachen zeigten sich die Veranstalter unbeeindruckt vom Unwetter. „Wir hatten eine etwas nasse Siegerehrung. Aber so etwas sind Reiter ja gewohnt“, sagte ein Sprecher.

Laut DWD können in NRW verbreitet schwere Schäden an Gebäuden möglich sein. Bäume können entwurzelt werden und Dachziegel, Äste oder Gegenstände herabstürzen. Außerdem warnten die Meteorologen vor möglichen Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtlichen Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen. Sie empfahlen, alle Fenster und Türen zu schließen - und den Aufenthalt im Freien möglichst zu vermeiden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So traf das Unwetter Teile von NRW

(felt,dtm,lat,gap)
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