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Verurteilter Robert B.: Solinger Salafist in Propagandafilm

Verurteilter Robert B. : Solinger Salafist in Propagandafilm

Der im Februar in England wegen Terrorunterstützung verurteilte Salafist Robert B. ist wieder in der islamistischen Szene aktiv. Auf der Internet-Plattform Youtube ist jetzt ein Video aufgetaucht, auf dem der 24-jährige Solinger zusammen mit dem Kölner Prediger Abu Ibrahim zu sehen ist, der als einer der führenden Salafisten in Deutschland gilt.

Gemeinsam werben beide in dem knapp 30-minütigen Film an Infoständen in Wuppertal sowie in Iserlohn für den Islam als "die wahre Religion" und verteilen den Koran. Beide Städte hatten die Aktionen in enger Absprache mit dem Staatsschutz genehmigt. Die Salafisten stehen unter Beobachtung des Verfassungsschutz, der das Video als Propagandamaterial einstuft. "Mit der Verteilung des Korans wollen sie vor allem Jugendliche missionieren mit dem Ziel, dass sie zum Salafismus konvertieren", sagte ein Sprecher des Verfassungsschutzes unserer Redaktion.

Robert B. war in England zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt worden. Bei ihm und einem weiteren zum Islam konvertierten Deutschen, David Christian E., waren im Sommer vergangenen Jahres bei ihrer Einreise nach England Schriften gefunden worden, in denen unter anderem Tipps zum Bau von Bomben gegeben werden. Erst Ende März waren B. und E. aus Großbritannien abgeschoben worden. B. tauchte danach wieder bei seiner Mutter in Solingen auf.

Zwischenzeitlich nahm B. aber offensichtlich auch wieder Kontakt zu salafistischen Kreisen in Nordrhein-Westfalen auf. Eine Hochburg der radikalen Islamisten ist die Millatu-Ibrahim-Moschee in Solingen, in der Robert B. sowie David Christian E. vor ihrer Festnahme verkehrten. Nachdem bereits in anderen Bundesländern Koran-Übersetzungen in Städten verteilt wurden, sind die Radikalen nun auch in Nordrhein-Westfalen aktiv.

Tatsächlich erscheinen die Salafisten gut vernetzt. So tritt in dem jetzt veröffentlichten Video auch ein Mann auf, der von sich behauptet, aus Wiesbaden zu kommen. In dem Video drohen die Radikalen Ungläubigen mit der "Hölle".

(RP/top/ila)