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Solingen / Düsseldorf: Schulministerin verteidigt Ablehnung des Solinger Schul-Modells

Unterricht in Corona-Pandemie : Schulministerin verteidigt Ablehnung des Solinger Schulsonderweges

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat die Ablehnung des Solinger Schulsonderweges durch die Landesregierung verteidigt. Solingen wollte den Präsenzunterricht reduzieren.

Der Präsenzunterricht in offenen Schulen habe für die geistige, die soziale und die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen höchste Bedeutung, bekräftigte Gebauer am Mittwoch in Düsseldorf. Die erneuten bundesweiten Einschränkungen seit dem 2. November seien gerade auch deshalb erfolgt, damit Schulen und Kitas geöffnet bleiben können, damit es keine flächendeckenden Schließungen gebe. Für das laufende Schuljahr gelte der Grundsatz, dass der angepasste Unterricht in Präsenzform den Regelfall darstelle.

Eine pauschale Reduzierung des Präsenzunterrichts würde nach Ansicht der NRW-Schulministerin zu sozialer Benachteiligung vor allem jener Schüler führen, die im häuslichen Umfeld aus ganz unterschiedlichen Gründen weniger Unterstützung erhalten als ihre Mitschüler. Außerdem wäre eine pauschale Reduzierung des Präsenzunterrichts erneut mit großen Herausforderungen für die Eltern verbunden. Die in den Schulen erhobenen Zahlen bestätigten, dass das Konzept des Schulministeriums mit seinen strengen Schutzmaßnahmen für einen angepassten Schulbetrieb in Corona-Zeiten greife. In mehr als 98 Prozent der Schulen werde Präsenzunterricht für alle Klassen erteilt.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat den geplanten Corona-Sonderweg der Stadt Solingen für weiterführende Schulen mit je zur Hälfte Präsenz- und Distanzunterricht durchkreuzt. Per Erlass wurde die Kommune nach eigenen Angaben am Dienstag angewiesen, ihre Verfügung zur Einführung eines solchen Blockunterrichts nicht umzusetzen. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) nannte das vor dem Hintergrund einer hohen Zahl an Neuinfektionen in Solingen einen Fehler. Als Ziel betonte er am Dienstag erneut, man wolle 20 000 Schüler vor einer Schulschließung bewahren. Mit dem Konzept wären Lerngruppen verkleinert worden. Auf dem Schulweg, etwa im Bus, hätte man mehr Abstand erreichen können.

(top/dpa)