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Software Skala: Einbruchs-Vorhersagen ab 1. Januar für komplette Polizei in NRW

Prognose-Software Skala : Einbruchs-Vorhersagen ab 1. Januar für komplette Polizei in NRW

Die Vorhersage-Software „Skala“ wurde zunächst in einzelnen Großstädten getestet. Im neuen Jahr sollen dann alle Kreise in NRW auf die Kriminalitäts-Prognosen zugreifen können.

Die Einbruchs-Vorhersagen der Software „Skala“ werden ab dem 1. Januar allen Kreispolizeibehörden im Land zur Verfügung stehen. Das teilte das Innenministerium mit. Bislang bezieht nur etwa die Hälfte der Behörden die Daten. Nun beginne auch die flächendeckende Ausweitung auf den ländlichen Raum, so das Ministerium.

„Skala“ steht für „System zur Kriminalitätsauswertung und Lageantizipation“. Die Software des Landeskriminalamts (LKA) spuckt Prognosen aus, wo es jeweils ein erhöhtes Risiko für Einbrüche oder Autodiebstähle gibt. Dafür analysiert das Programm das Kriminalitätsgeschehen der letzten Tage und Wochen und kombiniert das zum Beispiel mit Verkehrsanbindung oder Einwohnerstruktur. Die Polizei kann dann in den ausgewiesenen Bereichen gezielt auf Streife gehen oder Anwohner warnen.

Die Vorhersage-Software wurde zunächst in einzelnen Großstädten getestet und immer weiter ausgerollt. „Einbrecher gibt es nicht nur in der Stadt. Umso wichtiger, dass nicht bloß die Polizistinnen und Polizisten im städtischen Bereich wissen, wo die Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch gerade erhöht ist. Mit der Erweiterung von Skala kann die Polizei auch im ländlichen Raum ihre Streifenfahrten noch genauer ausrichten und so Einbrüche verhindern“, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU).

Währenddessen ist in der Corona-Krise die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland im fünften Jahr in Folge zurückgegangen. Im Bereich der Eigentumskriminalität sei der Trend im zu Ende gehenden Jahr rückläufig gewesen, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) der Deutschen Presse-Agentur mit - auch wenn man noch keine konkreten bundesweiten Fallzahlen nennen könne. Das BKA verwies auf „veränderte Tatgelegenheitsstrukturen“ während der Coronavirus-Pandemie. So hätten tagsüber deutlich weniger Wohnungen leergestanden.

Die Versicherungsbranche hielt es zuletzt sogar für möglich, dass die Corona-Krise zu einem Allzeittief bei den Wohnungseinbrüchen führen könnte. „Die Entwicklung des ersten Halbjahrs deutet darauf hin, dass wir die niedrigsten Einbruchzahlen seit Beginn unserer Statistik 1981 sehen werden“, hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im September der dpa mitgeteilt. Diese Einschätzung gelte noch unverändert, hieß es nun von einer Verbandssprecherin.

Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche war zwischen 2008 und 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag schließlich bei 167 136 bundesweit registrierten Fällen. Im Jahr 2016 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang, der sich danach fortsetzte. Für 2019 erfasste die Kriminalstatistik bundesweit noch 87 145 Delikte dieser Art.

(chal/dpa)