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So viele Arztpraxen pro Einwohner gibt es in NRW

So schneiden Städte und Kreise ab : 964 Einwohner je Arztpraxis in NRW

In dünn besiedelten ländlichen Gebieten fehlen oft Arztpraxen. Eine Auswertung des statistischen Landesamts zeigt jetzt im Detail, wie die einzelnen Kreise und kreisfreien Städte abschneiden.

Im Kreis Kleve kennt man das Problem nur zu gut. Ländlichen Gebieten fehlen oft die Ärzte. In Kleve lockt man Mediziner mit Angeboten wie „Niederrheinisch auf Probe“: Eine Ferienwohnung und einen Mietwagen gibt es sieben Tage lang gratis, dazu Touren in der Region. Die Probe ist verbunden mit der Hoffnung, dass die Ärzte bleiben – und im besten Fall eine Praxis übernehmen oder eröffnen. Die Zahlen zeigen, wie wichtig solche Programme für die Region sind. Nach einer aktuellen Auswertung des statististischen Landesamts kommen im Kreis Kleve im Schnitt 1240 Einwohner auf eine Arztpraxis. Damit landet der Kreis auf Platz 51 von 53 im landesweiten Vergleich. Der NRW-Schnitt liegt bei 964 Einwohner je Praxis.

Den höchsten Wert erreicht Bonn (562 Einwohner je Praxis), darauf folgen Münster (637) und Düsseldorf (642). Schlusslichter sind der Kreis Olpe (1.381) und Gütersloh (1.280). Unter den Großstädten schneidet Duisburg schlecht ab, dort kommen auf jede Praxis 1179 Einwohner, damit belegt die Stadt Platz 47.

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Die Zahl der Arztpraxen hat sich im Vergleich zu 2016 kaum verändert. 2019 gab es insgesamt 18.621 Praxen von Allgemeinmedizinern und Fachärzten. Drei Jahre zuvor waren es noch 18.684 gewesen.

Das statistische Landesamt hat auch die Versorgung für die Bevölkerungsgruppe der 60- bis 79-Jährigen untersucht. Auch da bleiben die Städte Bonn, Münster und Düsseldorf an der Spitze, der Kreis Kleve rutscht in dieser Bevölkerungsgruppe sogar einen Platz nach unten mit einer Arztpraxis je 270 Einwohner. Duisburg ist bei den 60- bis 79-Jährigen besser aufgestellt und ist mit 237 Einwohner je Praxis auf Platz 33. Der landesweite Schnitt liegt bei 204.

Die Statistiker wiesen in ihrer Auswertung darauf hin, dass die Verteilung der Praxisstandorte in NRW keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die konkrete ärztliche Versorgungssituation zulasse. Dafür sei nicht die Zahl der Praxen, sondern die jeweilige Zahl der dort praktizierenden Ärzte ausschlaggebend.

(vima/epd)