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Vorläufige Bilanz der NRW-Flughäfen „Die Passagiere sind gut vorbereitet“

Düsseldorf/Köln · Der Start in die Herbstferien verlief an beiden Flughäfen in Nordrhein-Westfalen relativ entspannt. Zwar mussten die Fluggäste zu einigen Spitzenzeiten lange anstehen, Chaos wie im Sommer gab es aber nicht.

So ist die Lage am Düsseldorfer Flughafen in den Herbstferien
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So ist die Lage am Düsseldorfer Flughafen in den Herbstferien

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Foto: Tanja Brandes

Flugausfälle, stundenlange Wartezeiten, verschwundene Koffer – nach dem Flughafen-Chaos in den Sommerferien waren die Reisenden in den Herbstferien auf das Schlimmste gefasst. Und entsprechend vorbereitet. „Wir haben uns an die Vorgaben gehalten und sind zeitig hier gewesen“, erzählt ein Paar, das am Sonntagvormittag am Düsseldorfer Flughafen auf den Check-in wartet. Um Viertel nach zehn stehen die Beiden nun schon recht weit vorn in der Schlange, ihr Flugzeug soll am Mittag abheben. Gewartet haben sie bisher erst zehn Minuten.

So rund läuft es nicht für alle: „Wir warten schon seit 45 Minuten“, beschwert sich ein Rentner. Er und seine Frau wollen nach Gran Canaria. „Wir sind gut in der Zeit, weil wir früh da waren. Aber wir haben ja auch noch einiges vor uns“, sagt er mit Blick auf die Menschenschlange vor den Check-In-Schaltern von Eurowings.

Der Ferienauftakt ist aus Sicht des Düsseldorfer Flughafens gut verlaufen – „vor dem Hintergrund der erwarteten, weiter anhaltenden Personalengpässe bei den Dienstleistern der Airlines und der Bundespolizei“, wie ein Sprecher am Sonntag sagt. „Wir hatten in der Regel Wartezeiten vor den Sicherheitskontrollen von fünf bis 20 Minuten. Zu Peakzeiten gab es auch mal Wartezeiten von bis oder über 40 Minuten, in Einzelfällen kurzfristig rund 60 Minuten.“ Vor allem am Samstag war es vor den Sicherheitskontrollen sehr voll. An den Flugsteigen A und B standen die Fluggäste in einer mehrere Hundert Meter langen Schlange. Jens Flören, Sprecher der Bundespolizei, sagt: „Dass man in der Spitze mal eine Stunde warten muss, gab es allerdings auch vor Corona schon – gerade in der Ferienzeit.“ Aus Sicht der Bundespolizei war die Lage vor allem am Flughafen Köln/Bonn „total entspannt“, wie Flören sagt. Am Freitag gab es aber auch dort zeitweise eine sehr lange Schlange vor den Kontrollen mit Wartezeiten bis zu einer Stunde. Zum frühen Abend hin konnten die Fluggäste aber auch ohne anstehen zu müssen in den Sicherheitsbereich, weil wenig los war.

Die Bundespolizei steht bereit, unterstützend einzuspringen, sollte es an den Sicherheitskontrollen zu viel Andrang geben. Das war am ersten Ferienwochenende aber nur einmal in der Nacht von Freitag auf Samstag notwendig, wie Flören sagt. „Was sich abzeichnet: Die Reisenden sind gut informiert, haben ihr Handgepäck reduziert, wissen, was mit darf und was nicht und fangen nicht erst bei den Kontrollen an, alles zu sortieren“, sagt er. Das spare eine Menge Zeit. Das stellen auch die Flughäfen fest. „Die Passagiere sind in der Regel gut vorbereitet und kommen rechtzeitig gemäß der Empfehlungen ihrer Airlines zum Flughafen“, sagt der Sprecher des Düsseldorfer Airports. „Ferner sehen wir, dass auch unsere Maßnahmen zur Unterstützung von Airlines und Bundespolizei greifen und zur Beschleunigung der Abläufe beitragen.“

So habe der Flughafen die eigenen Servicekräfte aufgestockt, die etwa auch den Dienstleister der Bundespolizei bei der Wannenrückführung an den Sicherheitskontrollen unterstützen, wenn nötig. „Zusätzlich helfen Studierende mit gezielter Passagierlenkung, angepasst an die aktuelle Besetzung der Sicherheitskontrollen an den drei Flugsteigen“, wie der Flughafen mitteilt. Auch bei der Ausladung des Gepäcks packe in den Spitzenzeiten ein Team aus Flughafenmitarbeitern mit an. Dazu ermögliche der Flughafen für Flüge in den ersten Morgenstunden ein frühes Check-in ab 3 Uhr morgens. Von Freitag bis Sonntag werden im Düsseldorfer Flughafen 207.000 Passagiere erwartet.

In Köln/Bonn rechnet man von Freitag bis Sonntag mit etwa 108.000 Fluggästen, wie ein Sprecher mitteilt. Er spricht von einem „insgesamt geordneten Flughafenbetrieb ohne längere Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle“. Die lange Wartezeit am Freitag sei nicht vergleichbar mit den Zeiten im Sommer, sagt er. „Die Prozesse im Terminal liefen ruhig und geordnet ab.“ Der Flughafen Köln/Bonn veröffentlicht die aktuellen Wartezeiten auf seinem Twitter-Kanal.

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass auf Hilfskräfte oder die Bundespolizei zurückgegriffen werden muss und nach teils chaotischen Zuständen in den Sommerferien weiter zu wenig Sicherheitspersonal zur Verfügung stehe, wie Gewerkschaftssekretär Özay Tarim sagt, der in diesem Zusammenhang von „Flickschusterei“ spricht.

Am Düsseldorfer Flughafen schließt die Bundespolizei die Sicherheitskontrollen auf der Ebene 2 am frühen Sonntagnachmittag, weil wenig los ist. Zum Abend hin rechnet das Personal an den Sicherheitskontrollen aber wieder mit einem größerem Andrang.

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