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Sirenen-Alarm: Warn-App NINA funktioniert bei vielen nicht

Nach Probealarm : App NINA funktioniert bei vielen nicht - Warnmeldung kam verspätet

Beim ersten bundesweiten Probealarm am Donnerstag ist die Warn-App NINA bei vielen Nutzern zunächst still geblieben. Erst mit Verzögerung kam die Warnmeldung. BBK-Präsident Christoph Unger räumte Defizite ein, das Bundesinnenministerium bezeichnete den Probealarm als „fehlgeschlagen"

Mit einem bundesweiten Probealarm haben die Behörden in Deutschland am Donnerstag den Ernstfall getestet. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe veröffentlichte dazu am Vormittag eine amtliche Meldung zu dem Probealarm. Diese wurde etwa eine halbe Stunde später verbreitet, als es zunächst angekündigt worden war. Etwa zehn Minuten später folgte die Mitteilung für die Probeentwarnung.

In Leverkusen drückte sogar NRW-Innenminister Kostenpflichtiger Inhalt Doch die Sirenen waren auch dort nicht überall zu hören - es gibt nämlich nur neun. Es seien aber noch vier weitere Sirenen-Standorte in Planung. Und: Im Ernstfall würden zusätzlich Lautsprecherwagen durch die Stadtteile geschickt.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat Probleme bei der Verbreitung des Probealarms am Warntag eingeräumt. Die bundesweite Meldung habe wegen der „nicht vorgesehenen zeitgleichen Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen“ nur verspätet zugestellt werden können, teilte das BBK am Donnerstagmittag auf Twitter mit. BBK-Präsident Christoph Unger machte im Südwestrundfunk verschiedene Leitstellen dafür verantwortlich, dass die Warnapps die Warnungen nicht rechtzeitig erhalten hätten. „Sie haben sich nicht an die Absprachen gehalten“, sagte er. Geplant sei gewesen, dass das Bundesamt die Warnapps allein von Bonn aus bediene und nicht etwa die Bundesländer oder Kommunen. Fast zeitgleich seien aber etwa 30 andere Warnmeldungen rausgegangen. „Das hat das System nicht verkraftet.“

Unter anderem sollte die Probewarnung über Radio und Fernsehen sowie auf Warnapps wie der Anwendung Nina verbreitet werden. Bei mehreren Fernsehsendern etwa war zwischenzeitlich die Probewarnung als Text eingeblendet. Die Warnapp Nina schickte zeitgleich zu der offiziellen Warnung und Entwarnung des Bundesamts jeweils eine Mitteilung.

Das Bundesinnenministerium hat den verspäteten Probealarm zum ersten bundesweiten Warntag als Fehlschlag eingestuft. „Die Auslösung des Probealarms am heutigen Warntag 2020 ist aufgrund eines technischen Problems fehlgeschlagen“, erklärte das Ministerium am Donnerstag. Die Vorgänge würden „umfassend aufgearbeitet“ und die Erkenntnisse bei der weiteren Entwicklung des Warnsystems berücksichtigt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hatte die amtliche Gefahrenmeldung eine halbe Stunde später als geplant verbreitet. Rund zehn Minuten später folgte gegen Mittag die Probeentwarnung.

Erstmals seit der Wiedervereinigung war um 11.00 Uhr der bundesweite Probealarm ausgelöst worden. Der sogenannte Warntag dient als Vorbereitung auf Gefahrenlagen wie schwere Unwetter, Überschwemmungen, Chemieunfälle oder auch Terroranschläge.

(lha/dtm/dpa)