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Silvesternacht in NRW: Eine Bilanz

Trübes Wetter und keine Partys : So lief die Silvesternacht in NRW

2020 wurde auch in NRW anders verabschiedet als üblich: Partys waren verboten, Feuerwerk war stark eingeschränkt. Die Polizei zeichnet unmittelbar nach dem Jahreswechsel ein ruhiges Bild aus den Städten in NRW. Aufs Böllern konnten wohl einige trotzdem nicht verzichten.

Die Polizei meldete aus den größeren Städten zunächst keine größeren Probleme. In Düsseldorf blieben öffentliche Plätze laut Polizei nahezu menschenleer. Gegen Mitternacht hätten sich lediglich einzelne Personen und Kleingruppen in der Altstadt aufgehalten. Kostenpflichtiger Inhalt Die Polizei habe insgesamt eine ruhige Einsatzlage erlebt, die mit den Jahren zuvor nicht zu vergleichen sei. Schon um 3 Uhr endete für die meisten Beamten der Silvestereinsatz - laut Polizei also deutlich früher, als in den Vorjahren.

Die Polizei Mönchengladbach wurde zu insgesamt 45 Silvester-Einsätzen gerufen. 23 Mal habe es sich um Ruhestörungen gehandelt. Acht Mal sei es zu Streitereien und fünf Mal zu Schlägereien und Körperverletzungen gekommen. Die übrigen Einsätze teilten sich laut Polizei auf Randalierer und hilflose Personen auf. Ingesamt drei Personen wurden zur Ausnüchterung in Polizeigewahrsam genommen. Insgesamt fünf Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung ahndeten die Beamten als Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen. Im Vergleich zu den Vorjahren spricht die Polizei jedoch von einem insgesamt deutlich ruhigeren Einsatzgeschehen im Stadtgebiet Mönchengladbach.

In Duisburg allerdings musste die Polizei häufiger als im Vorjahr ausrücken. Keiner der Verstöße spielte sich nach bisherigen Erkenntnissen dabei aber in einer der ausgewiesenen Verbotszonen ab.

In Kleve musste die Polizei eine Party auflösen. Diese wurde in einem Hotel in Wachtendonk-Wankum gefeiert. Sie war nicht mit den Regeln der Corona-Schutzverordnung zu vereinbaren.

In der Nacht zum Jahreswechsel sollen in dem stillgelegten Bunker im Kölner Stadtteil Buchforst etwa 30 Menschen gefeiert und gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen haben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sie hätten die verschlossene Anlage aufgebrochen. Beamten stellten professionelles Party-Equipment sicher. Auch Drogen seien gefunden worden. Die beiden angetroffenen Personen seien gerade beim Aufräumen gewesen, hieß es. Die Polizei stellte am Morgen Strafanzeigen gegen zwei Personen. Es soll sich um die Veranstalter handeln. Weil der Partyort nahe einer Bahnlinie liegt, waren für den Einsatz am Vormittag kurzzeitig mehrere Gleise von Regional- und S-Bahnen gesperrt worden.

In allen Städten beschwerten sich allerdings Menschen bei der Polizei über gezündete Silvesterböller - weil sie davon ausgingen, dass Feuerwerk wegen der Corona-Pandemie komplett verboten sei. Auch auf Düsseldorfer Stadtgebiet wurde laut geböllert und einige Raketen abgeschossen. Verboten war das lediglich in der Altstadt. Die tatsächlich ausgewiesenen Verbotszonen seien aber weitgehend eingehalten worden, hieß es von den Polizei-Dienststellen.

Insgesamt hatte die Polizei in der Silvesternacht rund 4800 Beamte aufgeboten. Hinzu kamen Mitarbeiter der Ordnungsämter. Sie rückten zu rund 2300 Einsätzen aus. Das sind den Angaben zufolge etwa 600 weniger als vor einem Jahr.

In Dortmund wütete eine rund 50-köpfigen Gruppe gegen Einsatzkräfte und richtete zum Teil Schäden an. Die Personen hatten sich in einem Viertel im Stadtteil Clarenberg versammelt, dabei waren offenbar mehrere Kleingruppen zusammengekommen, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte. Die Gruppe sei aber eine Ausnahme im nächtlichen Geschehen zum Jahreswechsel gewesen, hieß es.

In Essen kam es zu einem Zwischenfall mit Jugendlichen, die Feuerwehrleute und Polizisten mit Böllern bewarfen. Verletzt wurde keiner der Einsatzkräfte, ein 16-Jähriger wurde festgenommen.

In Hagen, wo sich die Polizei nach Drohungen von polizeibekannten Intensivtäter mit besonders vielen Kräften aufgestellt hatte, kam es ebenfalls zu keinen besonderen Zwischenfällen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Anders als in anderen Landesteilen vermeldete die Polizei des Kreises Minden-Lübbecke eine unruhige Silvesternacht. „Unsere Beamten hatten gut zu tun und wurden häufiger gerufen als im Vorjahr“, sagte ein Polizeisprecher. Zwischen 18 Uhr und 1 Uhr Uhr registrierte die Polizeileitstelle kreisweit 91 Einsätze, mit Beginn der nächtlichen Ausgangssperre kamen bis 5 Uhr noch 30 hinzu. Allein 30 Anzeigen fertigten die Einsatzkräfte wegen Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen, die wegen der hohen Corona-Neuinfektionszahlen in einigen Städten und Gemeinde des Kreises an der Grenze zu Niedersachsen derzeit gelten.

„Die Menschen in Nordrhein-Westfalen haben sich wieder mal sehr vernünftig verhalten“, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU). Das regnerisch-kalte Wetter in weiten Teilen des Landes tat ein Übriges. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte die Menschen zuvor eindringlich aufgefordert, wegen der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben und auf keinen Fall Partys steigen zu lassen. „Es geht um Leben und Tod, da ist für Silvesterspaß kein Raum“, mahnte er.

(mit Material von dpa)