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Silvester 2018 in Düsseldorf, Köln, Mönchengladbach: Polizei meldet ruhige Nacht

Rhein und Ruhr : Prügeleien, Brände, Verletzte - die Silvesterbilanz

Silvester 2018/2019: So schön war das Feuerwerk in Düsseldorf

Die Silvesternacht ist in vielen Städten der Region laut Polizei weitgehend ruhig abgelaufen. In Köln wurde in einer Altstadt-Gaststätte eine junge Frau vergewaltigt. Eine Bilanz.

Die Silvesternacht ist in Nordrhein-Westfalen weitgehend friedlich verlaufen. Landesweit waren mit 5500 Beamten mehr als doppelt so viele wie an anderen Wochenenden im Einsatz. Sie rückten bis zum Morgen zu rund 3500 Einsätzen aus.

In Düsseldorf gab es bis zum Morgen 376 Einsätze, das sind 46 mehr als im Vorjahr. Bei regnerischem Wetter war die Altstadt zunächst recht wenig besucht. Im Stadtteil Garath gerieten in der Nacht zwei Gruppen in Streit. Als Polizisten sie trennen wollten, wurden die Beamten nach Angaben eines Sprechers angegriffen. Sie setzten Pfefferspray ein und brachten drei Männer zwischen 22 und 48 Jahren ins Gewahrsam.

Gegen 2.30 Uhr wurde ein Mann an der U-Bahn-Haltestelle Nikolaus-Knopp-Platz von einer Straßenbahn erfasst und schwer verletzt. Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurde er notoperiert. Der Verletzte konnte bisher nicht identifiziert werden, da er keine Papiere bei sich trug. Zeugen hatten der Polizei gesagt, er sei betrunken zwischen zwei Waggons der Bahn geraten. Die Silvesternacht sei in Düsseldorf ansonsten recht ruhig verlaufen, wie die Sprecherin sagte.

Der Rettungsdienst der Kölner Feuerwehr musste in der Nacht 575 Mal ausrücken. "Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine leichte Abnahme der Einsatzzahlen", wie ein Sprecher mitteilt. Die Feuerwehr hatte 153 Einsätze.

Bei einem Wohnungsbrand, der nach Angaben der Polizei von Silvesterraketen auf dem Balkon ausgelöst wurde, verendete im Kölner Stadtteil Meschenich eine Katze. Nach Angaben der Feuerwehr kam es im Umfeld der Löscharbeiten am Kölnberg zu einer Schlägerei zwischen mehreren Personen. Vier mussten vom Rettungsdienst behandelt, zwei von ihnen ins Krankenhaus gebracht werden, drei kamen in Polizeigewahrsam. Die Beamten hatten die Schlägerei mit dem Einsatz von Pfefferspray beendet. „Einen Zusammenhang zum Wohnungsbrand gibt es nach unseren Erkenntnissen nicht“, sagte ein Polizeisprecher. Nach jetzigem Ermittlungsstand waren die Beteiligten von zwei privaten Silvesterfeiern aus noch ungeklärtem Grund aneinander geraten.

In der Nacht wurde in Köln die Besatzung eines Rettungswagens "tätlich angegriffen", wie die Feuerwehr mitteilt. Es sei letztlich aber niemand verletzt worden.

Bereits am Silvestermorgen war der Akku eines Laptops in der Wohnung einer Frau in Köln-Mülheim explodiert. Die Feuerwehr brachte den Brand schnell unter Kontrolle. Ebenfalls in Mülheim stellte die Polizei vier Jugendliche, die im Verdacht stehen, an 25 geparkten Autos Außenspiegel abgetreten zu haben. Insgesamt wurden nach aktuellem Stand in Köln sieben Straftaten mit sexuellem Hintergrund zur Anzeige gebracht (Vorjahr: acht). In den Toiletten einer Gaststätte in der Altstadt wurde eine 28-jährige Touristin aus Süddeutschland von einem Unbekannten vergewaltigt. Die Frau hatte den Mann in der Nacht beim Konsum von Drogen kennengelernt. Bei den sechs übrigen Fällen handelt es sich nach jetzigem Ermittlungsstand um sexuelle Belästigungen. Fünf Tatverdächtige wurden ermittelt.

Silvester 2018/2019: In Berlin, Köln und München war es überwiegend friedlich

Eine "ruhige Silvesternacht" meldet die Polizei für Mönchengladbach. "Die Leute haben sich insgesamt erfreulich friedlich verhalten, es kam nur zu wenigen Streitigkeiten und Körperverletzungen in der Innenstadt", heißt es in einer ersten Bilanz. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz und schnell vor Ort, um Streitende zu trennen und zu beruhigen. "Sechs Unbelehrbare mussten in Gewahrsam genommen werden." Das Einsatzaufkommen entsprach in etwa dem eines Sommerwochenendes, wenn viele Leute unterwegs sind. Ein kleines Mädchen hat in Mönchengladbach offenbar verhindert, dass ein Wohnhaus abbrannte. Die Fünfjährige hatte das Feuer im Dachstuhl knistern hören und ihren Vater darauf aufmerksam gemacht.

In Kaarst rückte die Feuerwehr nachts zu einem Containerbrand in der Münchener Straße aus. Dort brannten die Überreste eines Feuerwerks. Am frühen Neujahrsmorgen wurde am Bahnübergang Gustav-Heinemann-Straße eine Person von einem Zug erfasst und getötet. Die Ermittlungen dauern noch an.

Das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) nennt in einer vorläufigen Bilanz landesweit 422 Körperverletzungsdelikte (Vorjahr 465), zu gefährlichen Körperverletzungen ist es in 161 Fällen gekommen (Vorjahr 172). In ganz NRW gibt es bisher 33 Anzeigen wegen Sexualdelikten inklusive Beleidigung auf sexueller Basis, im Vorjahr waren es 41. Die Anzahl der Fälle, in denen aus Gruppen heraus Straftaten begangen wurden, ging von 16 auf bislang 14 gemeldete Taten zurück.

Nach Angaben eines Sprechers wurden in verschiedenen Städten Polizeibeamte mit Pyrotechnik und Flaschen beworfen, unter anderem in Dortmund. Dort wurde auf der Möllerbrücke ein Streifenwagen beschädigt, nachdem aus einer Gruppe heraus Böller und Flaschen auf Polizisten geworfen worden waren. 38 Beamte wurden in der Nacht insgesamt in NRW im Einsatz verletzt (Vorjahr 25). Darüber hinaus haben 256 Feiernde Verletzungen erlitten (Vorjahr 234). Nach dem bisherigen Kenntnisstand gibt es auch acht Schwerverletzte, unter anderem durch selbstgebaute Böller.

(hsr)