Silvester 2017: Warnung vor illegalen Böllern - Klinik gibt Tipps gegen Verletzungen

Silvester 2017: Warnungen und Tipps vor Böller-Verkaufsstart

Illegale Böller sorgen seit Jahren mit dafür, dass in den Notaufnahmen der NRW-Krankenhäuser in der Silvesternacht Hochbetrieb herrscht. Politiker warnen vor den gefährlichen Knallkörpern, die Düsseldorfer Uniklinik gibt Tipps.

Sind die Weihnachtsfeiertage gerade vorüber, steht für den Handel schon das nächste große Fest ins Haus: Silvester! Drei Werktage vor dem Silvesterabend dürfen in den Geschäften des Landes Böller, Raketen und andere Feuerwerkskörper verkauft werden - weil der letzte Tag des Jahres auf einen Sonntag fällt, ist das dieses Jahr bereits ab Donnerstag.

Wie jedes Jahr mahnen die Hersteller zertifizierter Pyrotechnik, aber auch Politiker und Ärzte, auf die Sicherheitsvorschriften zu achten. Denn ebenso Jahr für Jahr melden die Rettungskräfte teils schwerste oder sogar tödliche Verletzungen durch illegal hergestellte oder fahrlässig benutzte Sprengkörper. "Werden Feuerwerkskörper leichtsinnig genutzt, können Unfälle schwere bis irreparable Schäden auslösen", sagt Joachim Windolf, Direktor für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Das Klinikum hat deshalb einige Tipps zur sicheren Verwendung von Silvester-Knallern zusammengestellt.

Verband rät: Auf Polen-Böller verzichten

Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) mit Sitz in Ratingen erwartet für das Jahr 2017 einen Umsatz von rund 137 Millionen Euro durch legale Feuerwerkskörper, die in Deutschland das sogenannte CE-Zeichen tragen müssen. Wer Pyrotechnik ohne besagtes Zeichen verkauft oder zündet, verstößt gegen das Sprengstoffgesetz. "Auf illegales Import-Silvesterfeuerwerk aus Osteuropa, sogenannte Polen-Böller, sollte jeder aus berechtigter Sorge um seine Gesundheit verzichten; es entspricht meist nicht den Sicherheitsanforderungen und ist lebensgefährlich", stellt der Verband fest.

  • Silvester 2016 : NRW-Minister warnt vor illegalen Böllern

Im gewöhnlichen Einzelhandel sind die gefährlichen Sprengkörper ohnehin nicht zu bekommen. Doch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) warnt explizit vor illegalen oder selbst gebastelten Böllern und Raketen. "Insbesondere über das Internet werden immer wieder illegale Böller und Raketen gekauft, die eine unberechenbare Wirkung haben", sagte er am Dienstag in Düsseldorf.

Kontrollen rund um den Jahreswechsel

Experten der Bezirksregierungen in NRW werden deshalb rund um den Jahreswechsel verstärkt versuchen, gefährliches Feuerwerk aus dem Verkehr zu ziehen. Außerdem soll überprüft werden, ob Händler das Verkaufsverbot von Raketen oder Kanonenschlägen an unter 18-Jährige einhalten.

Das Abbrennen von legalen Feuerwerken ist vom 31. Dezember, 0 Uhr, bis 1. Januar, 24 Uhr erlaubt. Sollte dabei doch etwas passieren, rät Joachim Windolf vom Uni-Klinikum dazu, schnellstmöglich eine spezielle Klinik aufzusuchen. "Wir sind darauf eingestellt, auch spezielle Notfälle zu jeder Zeit schnell versorgen zu können. Gerade an Silvester sind wir darauf vorbereitet."

Hier geht es zur Infostrecke: Tipps für sicheres Böllern an Silvester

(cbo)