Siegauen-Prozess: Eric X. will erneut Revision einlegen

Nach Neuauflage des Prozesses in Bonn : Siegauen-Vergewaltiger will Urteil nicht akzeptieren

Wegen Vergewaltigung einer Studentin in der Bonner Siegaue ist Eric X. in einem Revisions-Prozess vor dem Landgericht Bonn erneut verurteilt worden. Doch der 32-Jährige will die Strafe nicht akzeptieren.

Eric X. bestreitet nach wie vor, eine 25 Jahre alte Studentin im April 2017 in der Bonner Siegaue vor ihrem Zelt vergewaltigt zu haben. In der Neuauflage des Prozesses ist er in der vergangenen Woche zu zehn Jahren Haft verurteilt worden - im ersten Verfahren war das Urteil mit elfeinhalb Jahren höher ausgefallen.

Doch der 32-Jährige „will nicht kampflos aufgeben“, wie sein Verteidiger Martin Mörsdorf sagt. Der Anwalt hat am Montag erneut Revision für Eric X. eingelegt, um das Urteil auf Rechtsfehler zu überprüfen. „Dazu bin ich verpflichtet, wenn mein Mandant das Urteil nicht akzeptieren will“, sagt Mörsdorf.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das erste Urteil wegen Vergewaltigung und schwerer räuberischer Erpressung vom Oktober 2017 teilweise aufgehoben, deshalb war der Prozess in eine neue Runde gegangen. Die Karlsruher Richter zweifelten zwar die Täterschaft nicht an, aber Eric X.s Schuldfähigkeit. Die psychiatrische Sachverständige Nahlah Saimeh stufte ihn aber im zweiten Verfahren als voll schuldfähig ein.

Sollte sein Anwalt Rechtsfehler im Urteil ausmachen, müsste der BGH das Urteil erneut überprüfen - und es könnte zu einem dritten Prozess kommen.

Eric X. hatte in der JVA Köln-Ossendorf seine Zelle angezündet und sich dabei schwer verletzt. Der Prozess wegen besonders schwerer Brandstiftung steht noch aus.