Schwere Vergewaltigung in Mülheim: 14-Jähriger in Mülheim in Haft

Wegen Wiederholungsgefahr : 14-Jähriger nach Vergewaltigung in Mülheim in Haft

Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer jungen Frau in Mülheim an der Ruhr ist einer der 14-jährigen Tatverdächtigen in Haft genommen worden. Er soll bereits früher wegen sexueller Belästigung aufgefallen sein.

Der Staatsanwaltschaft seien mittlerweile Verfahrensakten vorgelegt worden, nach denen es Hinweise darauf gebe, dass der Jugendliche bereits wegen zwei sexuellen Belästigungen in der Vergangenheit aufgefallen war. Die Auswertung der Akten habe das bestätigt. Die Verfahren seien damals wegen Strafunmündigkeit eingestellt worden. Unter Berücksichtigung dieser Umstände wurde am Montag nun ein Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr erlassen.

Bei dem Verbrechen war am Freitagabend eine Frau vergewaltigt worden. Anwohner hatten die Polizei gerufen. Das verletzte Opfer konnte nach Kenntnis der Polizei im Laufe des Samstags das Krankenhaus verlassen. Es soll sich um eine 18-Jährige handeln. Genaue Angaben machten die Ermittler aus Gründen des Opferschutzes nicht.

Unter Verdacht stehen insgesamt fünf Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf und 14 Jahren. Sie sollen die junge Frau angesprochen und und sie in ein Waldstück gebracht haben. In diesem Waldstück sollen sie die Frau vergewaltigt haben.

Bei zwei der vier Mülheimer Verdächtigen sei das Jugendamt schon vor der Tat in den Familien aktiv gewesen, sagte Mülheims Sozialdezernent Marc Buchholz am Montag. „Was Gegenstand der Tätigkeit war, muss noch recherchiert werden. Da sind wir dabei, das aufzubereiten.“ Er machte keine Angaben darüber, welches Alter diese beiden Personen haben. Alle Tatverdächtige sind bulgarischer Herkunft.

Noch am Montag sollten Mitarbeiter des Jugendamtes zusammen mit dem kommunalen sozialen Dienst (KSD) die Familien der Tatverdächtigen aufsuchen, um Hilfe anzubieten und zu überprüfen, ob sie mit der Situation überfordert sind. „In diesem Fall ist auch eine Inobhutnahme möglich“, sagte eine Stadtsprecherin. Kontakt gebe es auch zur Familie des Opfers, sagte Buchholz.

Der Fall erinnert an die Gruppenvergewaltigung eines 13-jährigen Mädchens im April 2018 in Velbert. Die Jugendlichen hatten die Schülerin nach einem Freibadbesuch abgepasst, in ein Waldstück geführt und sich dort an ihr vergangen. An der Tat waren acht Jugendliche aus Bulgarien beteiligt, die der türkischen Minderheit in dem Land angehören. Sie wurden verurteilt, teils zu mehrjährigen Haftstrafen.

(dtm/dpa)
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