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Schutz vor Terror: Städte wollen Feste mit Wassertanks und Betonsperren sichern

Barrikaden gegen Terror : Städte wollen Feste mit Wassertanks und Betonsperren absichern

Das Bürger-Schützen-Fest in Neuss wird mit Blockaden gegen mögliche Terroranschläge geschützt. In Duisburg stehen schwere Wassertanks an den Zufahrtswegen. Einige Städte denken über dauerhaften Terrorschutz nach.

Die Vorbereitungen für das Neusser Bürger-Schützen-Fest sind fast abgeschlossen. Die Hauptattraktionen auf dem Kirmesplatz sind aufgebaut. Was noch fehlt, sind die Betonsperren und mobilen Lastwagen auf den Zufahrtswegen, die die Besucher vor einem nicht auszuschließenden Terroranschlag schützen sollen. Die Sperren sollen am Freitag aufgestellt werden, am Tag der Eröffnung des bundesweit größten Schützenfestes mit Teilnehmern aus einer Stadt. "Wir haben unser Sicherheitskonzept nach den Anschlägen in Nizza und Berlin bereits überarbeitet und jetzt noch einmal überprüft", sagte ein Sprecher der Stadt Neuss.

Nach dem Terroranschlag in Barcelona mit 13 Todesopfern am vergangenen Donnerstag, bei dem ein Attentäter einen Lastwagen auf die Flaniermeile Las Ramblas gelenkt hatte, stimmen sich die Kommunen derzeit mit der Polizei über mögliche weitere Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen ab. Der NRW-Minister des Inneren, Herbert Reul (CDU), hatte einen entsprechenden Erlass herausgegeben. Man wüsste, dass solche Anschläge jederzeit auch in Nordrhein-Westfalen passieren könnten, sagte Reul.

Nach Informationen unserer Redaktion soll es wegen der Terrorgefahr und der damit verbundenen Sicherheitsauflagen Schwierigkeiten geben, eine geeignete Ausrichter-Kommune für den NRW-Tag im kommenden Jahr zu finden, zu dem Zehntausende Menschen erwartet werden. Die Staatskanzlei erklärte dazu, dass sowohl Ort als auch Datum für das Fest 2018 bislang nicht festgelegt seien. Gesonderte Anforderungen an Großveranstaltungen - inklusive der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen - würden aber selbstverständlich in die weiteren Überlegungen einfließen, so eine Sprecherin.

Wassertanks in Duisburg

In Duisburg wird die Königsstraße in der Innenstadt derzeit durch mobile Sperren gesichert. Dabei handelt es sich um Wassertanks, die an den Zufahrten postiert sind. "Die Tanks führen zu einer Abbremsung der Fahrzeuge und stellen einen optischen Sichtschutz dar", erklärte ein Stadtsprecher. "Durch die Aufprallgeräusche kann im Ernstfall ein Warneffekt erzielt werden, der Passanten sichere Bereiche aufsuchen lässt."

Die Wassertanks stehen aber bislang nur temporär in der Duisburger City und sollen vorerst nur in nächster Zeit geplante Veranstaltungen schützen. Die Sicherheitslage werde aber laufend beobachtet. "Auf dieser Grundlage werden Entscheidungen über den Fortbestand der Sicherungsmaßnahmen getroffen", betonte der Sprecher. Zudem sei bereits ein Konzept für eine dauerhafte bauliche Sicherung der Innenstadt erarbeitet worden.

In der Landeshauptstadt, wo besonders viele Großereignisse stattfinden, diskutiert man derzeit über Sicherheitskonzepte für die Innenstadt. "Die Stadtverwaltung arbeitet unter Beteiligung mehrerer Ämter an Sicherheitsvorkehrungen, die auch bauliche Elemente für den innerstädtischen Bereich vorsehen", sagte ein Stadtsprecher. Zudem würden die bestehenden Konzepte ständig überprüft und wenn nötig angepasst.

"Nicht von der Terrorgefahr beherrschen lassen"

In Köln werden in den nächsten Tagen rund um den Dom mobile Sperren aufgestellt. Auch in Leverkusen wird überprüft, ob die bestehenden Vorkehrungen ausreichen. Dort sind die beiden Fußgängerzonen in Wiesdorf und Opladen durch Lastwagen-Sperren in Form von großen Findlingen gesichert, "allerdings nur da, wo ein Lkw ohne abzubremsen mit großer Geschwindigkeit einfahren könnte", erklärte eine Sprecherin der Stadt. In der Fußgängerzone von Schlebusch seien versenkbare Barrieren vorhanden.

In Meerbusch seien die "Eventplätze" in der Regel mit Pollern abgesichert. "Es ist aber davon auszugehen, dass im Rahmen der Genehmigung zukünftiger Veranstaltungen zusätzliche Auflagen erteilt werden", sagte der Referent der Bürgermeisterin. In Krefeld hat Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) die zuständigen Stellen in der Verwaltung beauftragt, ein Konzept zur Sicherung stark frequentierter Orte durch Sicherheitspoller vorzulegen.

In einigen Städten wie Dormagen und Kleve stehen die Gespräche zwischen Stadt und Polizei noch an. In Neukirchen-Vluyn will man sich in der nächsten Woche zusammensetzen. In Mönchengladbach erklärte ein Stadtsprecher: "Es gilt aber auch, sich von der Terrorgefahr nicht beherrschen zu lassen."

(csh)