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Schulen in NRW: Viele Schüler sind wieder im Wechselunterricht

Wechselunterricht im Lockdown : Viele NRW-Schüler sind wieder in den Schulen

Erstmals nach den Osterferien sind viele Schüler zurück in den Klassenzimmern. Der NRW-Lehrerverband fordert eine Impfkampagne für Lehrkräfte. Viele haben ein ungutes Gefühl.

Tausende Kinder und Jugendliche in Nordrhein-Westfalen sind seit diesem Montag wieder in den Schulen. Die Schulen in Städten und Kreisen mit einer Inzidenz unter 200 starteten erneut in den Wechselunterricht. „Die Rückmeldungen mehrerer Schulen waren positiv“, sagt Andreas Bartsch, Präsident des nordrhein-westfälischen Lehrerverbandes (NRWL). „Die Kinder sind fröhlich in die Schulen gekommen, es wurde sehr viel getestet – nun muss man sehen, wie sich das in den kommenden Tagen entwickelt.“

In 21 von 53 Städten und Kreisen gilt wegen einer Inzidenz von 200 oder mehr aber weiter Distanzlernen. Die Anzahl war in den vergangenen Tagen immer weiter gestiegen. Auch Köln, Mülheim an der Ruhr, Bielefeld und der Kreis Lippe stehen kurz vor dieser hohen Neuinfektionsrate.

„Ich gehe davon aus, dass wir sukzessive viel mehr Klassen und Schulen haben, die wieder in den Distanzunterricht gehen werden“, sagt Bartsch. Er betonte noch einmal die Angst vieler Lehrkräfte, sich zu infizieren. „Sie treffen jeden Tag auf zig Haushalte in den Schulen und müssen die Schüler bei den Tests unterstützen“, sagte er. „Ich habe kein Verständnis dafür, dass man jetzt nicht eine Impfkampagne für Lehrer startet.“

Sabine Mistler ist Vorsitzende des Philologen-Verbands NRW. „Das Hin und Her ist für Lehrer, Eltern und Schüler schon eine belastende Situation“, sagt sie. Viele Schüler, die in dieser Woche vor den Abiturprüfungen stehen, bleiben aus Angst, in Quarantäne zu müssen, dem Präsenzunterricht fern und lernen zu Hause, um ihre Prüfungen nicht zu gefährden, sagt Mistler. „Was die Abschlussprüfungen betrifft, stehen viele Schulen jetzt auch vor einem Raumproblem.“ Viele Lehrkräfte würden sich wünschen, sich nicht mit den Testungen beschäftigen zu müssen. „Eine Idee wäre, Teststationen neben Schulen einzurichten, in denen morgens die Schüler getestet werden und später am Tag Bürgertestungen durchgeführt werden könnten – durch geschultes Personal“, sagt Mistler.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die Schulöffnungen. „Schon jetzt bleiben mehr als 40 Prozent der Schulen im Distanzunterricht“, sagt die Landesvorsitzende Maike Finnern. „Das Chaos wächst.“ Die GEW fordert eine Perspektive für alle Schulen bis zum Schuljahresende.