Schon über 50.000 Briefe „Wo wohnst du eigentlich, liebes Christkind?“

Engelskirchen/Düsseldorf · Es ist Halbzeit in der Christkind-Postfiliale in Engelskirchen. Mittlerweile häufen sich die Briefe, Wünsche und Fragen an das Christkind. Ein Zwischenstand.

 Briefe aus aller Welt liegen in der Postfiliale des Christkinds in Engelskirchen.

Briefe aus aller Welt liegen in der Postfiliale des Christkinds in Engelskirchen.

Foto: dpa/Oliver Berg

In der Christkind-Postfiliale in Engelskirchen ist Hochkonjunktur. Bereits über 50.000 Briefe sind beim Christkind und seinen fleißigen Helfern eingegangen, dabei ist die Schreibstube erst seit Mitte November geöffnet. „Jeder einzelne Brief wird beantwortet“, sagt Britta Töllner, Sprecherin der Deutschen Post, egal, was sich das Kind wünscht oder fragt. Bis das Christkind die Kinder mit ihren Wünschen an Heiligabend besucht, sind es noch knapp über drei Wochen. Zeit, für einen Zwischenbericht.

Die Wunschzettel kommen bereits aus allen Teilen der Welt. Während Briefe aus Malaysien, Japan und Estland nichts Neues für das Christkind und seine 17 Helferinnen aus Engelskirchen sind, gibt es in diesem Jahr auch Briefe aus Aserbaidschan oder aus dem Libanon. Ebenfalls neu in diesem Jahr: Briefe von Kindern aus der Ukraine, die zurzeit hier in NRW und Deutschland leben. „Ich wünsche mir, dass ich schnell deutsch lernen kann“, wünscht sich ein Kind. Die achtjährige Alina und ihr kleiner Bruder Maksim (1) hingegen wünschen sich, dass der Papa wieder bei ihnen ist, weil er doch im Krieg kämpft. „Das berührt uns alle dann total“, sagt Töllner. Ein Wunschzettel war in Blindenschrift verfasst, darauf stand: „Du weißt ja, dass ich blind bin, daher schreibe ich Dir in meiner Schrift.“

Grundsätzlich scheinen die „Erdenkinder“ viel über das Christkind wissen zu wollen, das hat auch Töllner beobachtet, die einen Überblick über die bereits eingegangene Post hat und schon seit 20 Jahren die Arbeit im Postamt in Engelskirchen begleitet. „Früher haben sich die Kinder Spielzeug gewünscht und den Frieden auf Erden, weil sie das so in Liedern gehört haben“, sagt sie. Zwischendurch kamen viele technische Wünsche, Tablets oder Handys. Jetzt ist das aber anders, beobachtet Töllner: „Die Kinder heute sind viel wissbegieriger, stellen ganz viele Fragen oder wollen das Christkind kennenlernen.“ Dann fragen die Kinder „Woher weißt du eigentlich, wo ich Weihnachten feiere?“ oder „Wo wohnst du eigentlich, liebes Christkind?“

Und: Die Wünsche sind nicht immer materiell. Sophia wünscht sich mehr Zeit mit ihren Eltern und Großeltern, drei Geschwister aus einer niederländischen Stadt in der Nähe von Aachen haben ihre Wünsche an das Christkind geschickt, schreiben aber dazu: „Wir wissen, dass es uns sehr gut geht. Für die vielen Kinder auf der Welt, denen es nicht so gut geht wie uns, wünschen wir uns, dass sie bald keine Kriege mehr in ihren Ländern haben, keinen Hunger mehr leiden müssen und wieder so glückliche Kinder werden wie wir drei es sind“, schreiben Felia (9), Junus (7) und Auryn (4).

Um das Warten bis Weihnachten zu verkürzen, schickt das Christkind mit jeder Antwort auch eine Bastelanleitung mit. Ob die Spitzenmarke mit 135.000 Briefen vom vergangenen Jahr erreicht wird, wird sich zeigen. Bis drei Tage vor Heiligabend nimmt das Christkind noch Briefe entgegen, damit auch sicher jeder seine Antwort pünktlich am 24. Dezember unter dem Weihnachtsbaum lesen kann.

Die Adresse vom Christkind: An das Christkind, 51777 Engelskirchen.

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