Schauspielerin Demi Moore erzählt in ihrer Biografie, wie sie als 15-Jährige vergewaltigt wurde.

Hollywood-Star packt aus : „Meine Mutter hat mich verkauft“

Schauspielerin Demi Moore erzählt in ihrer Biografie, wie sie als 15-Jährige vergewaltigt wurde. Auch gegen Ex-Mann Ashton Kutcher erhebt sie Vorwürfe. Er soll sie zu Sex zu dritt gezwungen haben.

Wenn nur zwei Sätze ihr bisheriges Leben beschreiben müssten, wären es diese: „Sie ist ein Genie“ und „Echte Männer kaufen keine Frauen, sie beschützen sie“. Der erste stammt von Ex-Ehemann Freddy More, einem Rockmusiker, der einst die 18-jährige Demetria Gene Guynes heiratete, aus der in den 90er-Jahren eine der bestbezahlten Schauspielerinnen Hollywoods wurde: Demi Moore. Von ihr stammt der zweite Satz. Er war 2011 Teil einer Social-Media Kampagne von Moore und ihrem damaligen Ehemann Ashton Kutcher gegen Kinderhandel. Nun stellt sich heraus: Moore selbst wurde als 15-Jährige an einen Mann verkauft, der sie vergewaltigt hat. Ihre Mutter soll dafür Geld genommen haben.

Von dem Vorfall hat die 56-Jährige in der amerikanischen TV-Show „Good Morning America“ berichtet, in der sie ihre kürzlich veröffentlichten Memoiren „Inside Out“ vorgestellt hat. Demzufolge wartete einnes Abend ein älterer Mann auf sie, als sie nach Hause kam. Den Schlüssel hatte er offenbar von Moores Mutter erhalten. Der Mann soll sie gefragt haben: „Wie fühlt es sich an, von der eigenen Mutter für 500 Dollar verkauft worden zu sein?“ Danach fiel er über die 15-Jährige her. Moore schreibt, es fühlte sich an wie ein „verheerender Verrat“. Daraufhin zog sie von zu Hause aus.

Moores Buch erschien am Dienstag. Es sei eine „zutiefst ehrliche und aufschlussreiche“ Autobiografie, hieß es in einer Mitteilung des Verlags Harper Collins. Moore werde darin über ihre „turbulente“ Beziehung mit ihrer Mutter, ihre Ehen und ihre Anstrengung, Familie und Karriere zu verbinden, berichten.

In dem Buch geht es auch um die Beziehung zu Schauspiel-Kollege Ashton Kutcher, mit dem Moore von 2005 bis 2011 verheiratet war. Nach der Trennung sei ihr Leben aus den Fugen geraten, schreibt Moore. Sie habe wieder angefangen, zu trinken und Drogen zu nehmen, zudem sei der Kontakt zu ihren drei Töchtern abgebrochen. Moore berichtet auch davon, dass Kutcher sie während der Ehe zu Sex zu dritt gedrängt habe. „Ich wollte ihm zeigen, wie großartig und unterhaltsam ich sein kann“, schreibt sie. In der Zeit nach dem Ehe-Aus wurde Moore in einer Suchtklinik behandelt.

Mehrfach, so schreibt die 56-Jährige, habe sie sich gefragt, wie ihr Leben einen derartigen Verlauf nehmen konnte. Die Antworten würden wahrscheinlich in ihrer Kindheit liegen, die sehr zerrüttet war. Moore wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, der Vater verließ die Familie vor ihrer Geburt. Moores Mutter fuhr betrunken Auto und wurde unter anderem wegen Brandstiftung verhaftet. Ihr Stiefvater beging Suizid, als Moore gerade 18 Jahre alt wurde. Sie verließ das Elternhaus, um Schauspielerin zu werden. Nach Model-Jobs und kleinen TV-Rollen wurde sie 1985 durch den Teenagerfilm „St. Elmo‘s Fire – Die Leidenschaft brennt tief“ bekannt. Für den Film „Ghost – Nachricht von Sam“, in dem sie neben Patrick Swayze und Whoopi Goldberg spielte, wurde sie für den Golden Globe nominiert. 1996 war Moore auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, sie erhielt für ihre Rolle der Erin Grant in „Striptease“ als erste Schauspielerin Hollywoods eine Gage von mehr als zehn Millionen Dollar. Nach einem Comeback mit „3 Engel für Charlie“ wurde es ab 2003 ruhiger um Moore. In einem Interview beklagte sie damals, wegen ihres jugendlichen Aussehens keine Rollenangebote mehr zu bekommen.

In den folgenden Jahren machte sie durch ihre Beziehung mit Kutcher, Schönheits-OPs und Drogenproblemen auf sich aufmerksam. Immer öfter stand sie nur im Schatten ihres Ehemanns, der unter anderem die Hauptrolle in der TV-Serie „Two and a Half Men“ spielte. Kutcher betrog Moore schließlich mit Mila Kunis, mit der er nun verheiratet ist. Für Moore war es die dritte Scheidung.