„Wir sind mehr“ in Chemnitz: Ruhrbischof Overbeck fordert Einsatz gegen rechte Hetze

„Wir sind mehr“ in Chemnitz : Ruhrbischof Overbeck fordert Einsatz gegen rechte Hetze

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck hat nach den fremdenfeindlichen Demonstrationen in Chemnitz dazu aufgerufen, aus der Schockstarre und der eigenen Komfortzone herauszukommen.

Die Initiative „#wirsindmehr“ in den sozialen Netzwerken sei ein Anfang, sagte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck am Dienstag in Essen. Gleichzeitig ermunterte er in Anlehnung an die Initiative die demokratisch gesinnte Mehrheit in Deutschland, auch in der Öffentlichkeit Position für Frieden und Freiheit zu beziehen.

Rund 65.000 Menschen hatten am Montagabend in Chemnitz bei einem Open-Air-Konzert ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gesetzt. Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen vor etwa einer Woche war es zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen und Demonstrationen in Chemnitz gekommen. Zu dem Gratiskonzert unter dem Motto „Wir sind mehr“ hatten verschiedene Bands eingeladen, darunter Die Toten Hosen, Kraftklub und der Rapper Marteria.

"Wir sind mehr"-Konzert in Chemnitz: 65.000 Besucher tanzen und feiern gegen Rechts

„Es ist ermutigend, an wie vielen Orten sich nun Menschen dem Hass und der Ausländerfeindlichkeit öffentlich entgegenstellen, auch in vielen Städten unseres Bistums“, sagte Overbeck. Am Montagabend hatten nach Polizeiangaben 1500 Menschen gegen eine Pegida-Kundgebung in Duisburg demonstriert. 55 Pegida-Anhänger hatten sich auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt.

Jeder müsse nach seinen Möglichkeiten aktiv werden, forderte der Ruhrbischof. „Spätestens jetzt ist für jeden Demokraten der Moment gekommen, aktiv Position zu beziehen und sich für die Grundlagen einzusetzen, die Deutschland nun 73 Jahre lang Frieden und Wohlstand gesichert haben“, sagte Overbeck.

(mba/epd)
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