Mönchengladbach/Krefeld: Rückzahlung an Studenten?

Mönchengladbach/Krefeld : Rückzahlung an Studenten?

Exakt vier Werktage bleiben Hermann Ostendorf, um darzulegen, wie er 6,5 Millionen Euro bis Ende des Monats auszugeben gedenkt. Dazu hat das NRW-Wissenschaftsministerium den Rektor der Hochschule Niederrhein aufgefordert. Bis zum 15. Juni muss er den Nachweis bringen, dass er diese Summe, die er aus Studiengebühren der Studenten erhalten hat, unmittelbar und zeitnah in Lehre und Forschung investieren wird. Wenn er das nicht schafft, erwägt das Ministerium, den Studenten ihr Geld anteilig zurückzuzahlen oder die Studiengebühren zu reduzieren.

Außerdem würde das Ministerium rechtsaufsichtliche Maßnahmen in Angriff nehmen. Das heißt, die Behörde selbst übernähme die Finanzgeschäfte der Hochschule. Dem Rektor würde dann eine Art Ausgaben-Kommissar übergeordnet. Daran lässt das Schreiben des Wissenschaftsministeriums vom 3. Juni an Rektor Ostendorf, das der Rheinischen Post vorliegt, keinen Zweifel.

Seit zwei Jahren zahlen die Studierenden der Hochschule Niederrhein Studiengebühren. Mehr als zwölf Millionen Euro flossen so in die Kassen der Bildungseinrichtung. Das Präsidium hat aber nur etwa 43 Prozent des Geldes in die Hochschule investiert. Den Rest legte der Rektor beiseite. "Wir bewerten die Studienbeiträge wie eine Art Generationenvertrag. Ähnlich wie die Zahlungen in die Rentenkasse kommt das Geld zukünftigen Studentengenerationen zugute", erklärte Rudolf Haupt, Pressesprecher der Hochschule.

(RP)
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