Rom: 81-Jähriger will Papst besuchen - und baut Unfall im Bergischen Land

Unfall im Bergischen nach Navi-Irrfahrt : 81-Jähriger will Papst besuchen - und landet im falschen Rom

Diese Reise hatte er sich anders vorgestellt: Ein 81-jähriger Mann ist statt nach Italien nach NRW gefahren. Nach der Verwechslung verursachte er im Bergischen Land einen Unfall.

Ein 81 Jahre alter Italiener wollte mit seinem Jaguar von seinem Wohnort Newcastle im Nordosten Englands nach Rom fahren, wie die Polizei des Oberbergischen Kreises am Sonntag mitteilte. Demnach hatte er vor Antritt der Fahrt seine Ziel-Stadt ins Navigationsgerät eingegeben. „Der Mann ist ein Pilger“, sagte Polizeisprecherin Monika Treutler auf Anfrage unserer Redaktion. „Er war auf dem Weg nach Rom, wo er den Papst besuchen wollte.“

Der 81-Jährige sei verwirrt gewesen, als das Navi ihm in Nordrhein-Westfalen anzeigte, dass er sein Reiseziel erreicht habe. Die Umgebung entsprach laut Polizei nicht seinen Erwartungen von der italienischen Hauptstadt. Auf dem Ortsschild stand zwar Rom, allerdings handelte es sich um den gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Morsbach im Oberbergischen Kreis.

Aufgrund der Verwechslung sei der 81-Jährige verwirrt gewesen, berichtete die Polizei. Als der Italiener aus seinem Auto ausstieg, vergaß er, die Handbremse zu ziehen. Der Jaguar rollte daraufhin die Straße hinunter, rammte das Ortsschild von Rom, riss es um und kam zum Stehen.

Das umgefahrene Ortsschild von Rom. Foto: Polizei Oberbergischer Kreis

Bei dem Versuch, den Wagen zu stoppen, wurde der Mann von der geöffneten Fahrertür getroffen, sodass er hinfiel. Der 81-Jährige wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Zu seinem aktuellen Gesundheitszustand konnte die Polizei am Sonntag keine Angaben machen.

Der Jaguar musste abgeschleppt werden. Nach Angaben der Polizei entstand am Auto ein Sachschaden in Höhe von rund 4000 Euro. „Das ist angesichts des Werts des Wagens relativ wenig“, erklärte Polizeisprecherin Treutler. Demnach sei der Jaguar trotz des Unfalls noch fahrbereit.

„Von so einem Fall habe ich noch nie gehört“, sagt Rolf Petri, SPD-Fraktionsvorsitzender der Gemeinde Morsbach. „Dass die Namensverwandschaft zur italienischen Hauptstadt für Scherze genutzt wird, ist aber nichts Neues. Im Raum Köln gibt es regelmäßig Verlosungen, bei denen der Hauptgewinn eine Reise nach Rom ist. Die Leute landen dann allerdings bei uns im Bergischen.“

Mit dem besonderen Namen wurde im Ort früher bereits gespielt: Ein Hotelbetreiber sei von manchen Bürgern „Papst von Rom“ genannt worden. Laut Petri stand auf dem Parkplatz des Hotelchefs „Aeroporto di Roma“ (deutsch: Flughafen von Rom) neben dem Symbol für einen Hubschrauber-Landeplatz.

Rom liegt am Römerbach am Ende des Römerbachtals im Oberbergischen Kreis, nur wenige Kilometer von der Grenze zu Rheinland-Pfalz entfernt. Woher die Ortschaft ihren ungewöhnlichen Namen hat, weiß Rolf Petri nicht. Laut dem SPD-Politiker sind dort „nur eine Hand voll“ Häuser dauerhaft bewohnt, der Rest seien Ferienhäuser. Mehr als den Namen haben das nordrhein-westfälische Rom und die fast 1400 Kilometer entfernte italienische Millionen-Metropole also nicht gemeinsam.

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