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Unser Rhein: Wie Düsseldorf zur Hafenstadt wurde

Unser Rhein : Wie Düsseldorf zur Hafenstadt wurde

Das Tor zur Welt: Über den Rhein, die wichtigste Schifffahrtsverbindung Europas, ist Düsseldorf direkt an die Nordseehäfen angebunden. Die 2003 fusionierten Neusser und Düsseldorfer Häfen sind der drittgrößte deutsche Binnenhafen.

Durch die Lage am Rheinstrom war Düsseldorf seit seiner Gründung Handels- und Hafenstadt, wobei sich der Güterumschlag vornehmlich am Rheinufer vor der Altstadt abspielte. Aber es sollte fast 600 Jahre dauern, bis die Stadt mit dem Ankersymbol im Stadtwappen ihren ersten Hafen erhielt. Wenn die Düsseldorfer damals Ende des 19. Jahrhunderts die große Bedeutung des Rheins als wichtigste Wasserstraße Europas für die Entwicklung ihrer Stadt zu einem Wirtschaftszentrum auch nur geahnt hätten, dann hätten sie gewiss nicht erst 1888 den Bau eines großzügigen Hafens an der Lausward beschlossen.

Als er dann nach zehn Jahren Bauzeit und Kosten von 6,5 Millionen Goldmark 1896 eröffnete, war das eine Sensation: Er war der erste Hafen am Rhein, der ausschließlich mit elektrisch betriebenen Kränen ausgestattet war. Der jährliche Umschlag stieg in fünf Jahren rasant von 33000 auf 620 000 Tonnen, darunter vor allem hochwertige Güter wie Röhren und Maschinen. Seit der Jahrhundertwende haben dann Hafen und Werft wesentlich zum Ausbau der Wirtschaft beigetragen.

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Heute werden pro Tag rund 30 und jährlich mehr als 10 000 Binnenschiffe allein in Reisholz und den beiden gegenüberliegenden Häfen von Düsseldorf und Neuss abgefertigt. Mit 15,7 Millionen Tonnen Gesamtumschlag und fast zehn Millionen Tonnen wasserseitigen Umschlag war 2013 ein Spitzenjahr. Und der Hafen hofft auf weitere Rekordmarken. Was mit der Fusion der Neuss-Düsseldorfer Häfen 2003 begonnen hat, wird nach dem Zusammenschluss 2012 mit den Kölner Häfen zur neuen Gesellschaft Rhein-Cargo fortgesetzt. Mit sieben öffentlichen Rheinhäfen ist Rhein-Cargo zweitgrößter Hafenbetreiber in Deutschland.

Rhein-Cargo insgesamt steigerte sich 2013 beim Schiffsumschlag um etwa sieben Prozent auf 19,1 Millionen Tonnen, die Auslastung der hafeneigenen Kranlagen stieg sogar um zwölf Prozent auf 15,3 Millionen Tonnen. "Im Hafen sind wir gegen den Trend um sieben Prozent gewachsen", sagt Geschäftsführer Rainer Schäfer. Das Wachstum verdanke Rhein-Cargo auch der guten Vernetzung mit der Industrie in der Region, angefangen von petrochemischen Unternehmen im Süden von Köln über die Autowerke Ford und Daimler in Köln und Düsseldorf, die Großanlagen wie Kräne der Firma Terex in Reisholz bis hin zu den Nahrungs- und Futtermittelbetrieben rund um Neuss und Düsseldorf.

Und der Bedarf wird wachsen: Die Seehäfen mit ihren Containerterminals platzen aus allen Nähten. Damit übernehmen - so die Experten -die Häfen im Hinterland entscheidende Funktionen als so genannte Hinterland-HUB?s, die die großen Containermengen aufnehmen und weiterverteilen. Die Binnenschifffahrt wird zudem weiter an Bedeutung gewinnen, weil die Kapazität auf den Straßen begrenzt ist und wegen des zunehmenden Personenverkehrs die Gütertransporte eingeschränkt werden, so die Einschätzung von Rhein-Cargo-Geschäftsführer Horst Leonhardt. Gleichzeitig schaffen jedoch Veränderungen im Hafenbereich stets Konfliktherde, wie das Beispiel Reisholz zeigt.

Wird aus den Visionen der Planer Wirklichkeit, wird der bislang kleinste Hafen von 0,7 auf dann 56 Hektar Fläche wachsen. Industrie und Unternehmensverbände befürworten den Ausbau, Gegner lehnen ihn kategorisch ab.

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