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Rheinland: Warum Schnee und Glätte ausblieben

Sturm ja, Schnee nein : Warum der große Schneefall im Rheinland ausblieb

Das von den Meteorologen angekündigte Schneechaos im Rheinland ist ausgeblieben. Während es in den Höhenlagen schneit, ist es im Flachland ruhig und nass. Grund dafür sind zu hohe Temperaturen und die Verlaufsbahn des Tiefs "Egon". Wäre es auch nur ein Grad kälter gewesen, hätte das Chaos eingesetzt.

Viele Menschen im Rheinland sind heute deutlich früher aufgestanden, als an normalen Tagen, um pünktlich zur Arbeit oder zur Schule zu kommen. Nachdem der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag vor einer mittelschweren Schneekatastrophe mit Neuschnee von bis zu 20 Zentimetern gewarnt hatte, war von chaotischen Verhältnissen auf den Straßen und im Nahverkehr auszugehen. Passiert ist aber wenig.

Laut Franz Molé vom Deutschen Wetterdienst lag das zum einen an einer Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt, zum anderen daran, dass das Zentrum des Sturms genau über das Rheinland zog. "Dadurch ist auch die Niederschlagsmenge unter dem geblieben, was wir prognostiziert haben. Denn im Zentrum des Sturms regnet es weniger als an den Rändern", sagt er. Insgesamt seien an Rhein und Ruhr in der Nacht 10 bis 18 Millimeter Niederschlag gefallen. Entscheidend war aber das Zusammenspiel von Temperatur und zeitlichem Verlauf des Tiefs. "Wäre es nur ein Grad kälter gewesen und hätte der Niederschlag am Morgen ein paar Stunden vorher eingesetzt, wäre mit den prognostizierten Behinderungen zu rechnen gewesen", sagt Franz Molé.

Denn dann, so erklärt er, wäre ein Dominoeffekt eingetreten. "Durch den liegengebliebenen Schnee hätte sich die Luft abgekühlt, was die Schneemenge noch erhöht hätte." Weil es aber erst recht spät angefangen habe zu schneien, sei dieser Effekt verpufft. Die Folge: Schneematsch und keine glatten Straßen. Denn auch der Boden war zu keinem Zeitpunkt gefroren. Anders hätte es wegen der Höhenverhältnisse im Bergischen ausgesehen. "Rund um Wuppertal beispielsweise gibt es ja eben jene Glätte und auch einigen Schneefall", sagt Molé.

Im Großen und Ganzen hätten sich die Meteorologen aber geirrt. "Für uns ist das Ganze leider nicht so eingetreten - alle anderen werden aufgeatmet haben", sagt er. Auf ein Grad genau aber könnten er und seine Kollegen das Wetter nicht bestimmen, weshalb die Warnungen im Grunde richtig gewesen seien. "Wir hätten auch eine geringere Warnung aussprechen können, dann aber mit dem Risiko, dass es deutlich schlimmer wird", sagt Franz Molé.

Völlig daneben lag der Wetterdienst aber nur im Rheinland. Im Oberbergischen, Sauer- und Münsterland seien zwischen zehn und 15 Zentimeter Schnee gefallen und auch der angesagte Orkan blies zum Teil mit Böen von 100 Kilometer pro Stunde. Am Freitagabend könnte es unterdessen neue Schneefälle geben, auch im Rheinland. Welche Auswirkungen das Winterwetter aktuell in NRW hat, lesen Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tief "Egon" bringt Schnee nach NRW

(maxk)