Erste Maßnahmen in Düsseldorf und Duisburg Rhein-Hochwasser in NRW – steigender Wasserstand noch bis Ende der Woche möglich

Update | Duisburg · Regen und Wasser aus den Nebenflüssen lassen die Wasserstände am Rhein weiter steigen. Nachdem am Pegel Köln am Dienstagmorgen die Schifffahrts-Hochwassermarke eins von 6,20 Metern erreicht wurde, stiegen die Pegelstände am Nachmittag weiter an.

Hochwasser in NRW​: So ist die Lage in Köln und Düsseldorf​
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Hochwasser in NRW – so ist die Lage in Köln und Düsseldorf

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Foto: dpa/Federico Gambarini

In Duisburg etwa bereitet man sich schon auf ein drohendes Hochwasser vor. Der dritte Advent, nächsten Sonntag, ist der Tag, auf den man in Duisburg derzeit einen besonderen Blick wirft: Für den 17. Dezember wird laut der Stadt Duisburg die Scheitelwelle des aktuellen Rheinpegels erwartet. Auf bis zu zehn Meter könne der Pegel bis dahin noch ansteigen. An einigen Stellen entlang der Hochwasserschutzanlagen könne es deshalb in den kommenden Tagen vereinzelt zu vorsorglichen Maßnahmen kommen, meldete die Stadt in einer Pressemitteilung. Auch Straßen könnten gesperrt werden. Am Dienstagmittag stand der Rhein in Duisburg bei 7,24 Metern, Tendenz steigend. Der mittlere Hochwasserstand liegt bei 8,80 Metern.

Die Hochwassersaison beginnt in Nordrhein-Westfalen am 1. November und geht bis Ende März. In dieser Zeit, meist zwischen Weihnachten und Karneval, erreicht der Rhein seine jährlichen Höchststände. In dieser Zeit kommt es immer wieder zu steigenden Pegelständen, wie zuletzt vor drei Wochen Ende November, als der Rhein in einigen NRW-Städten schon über die Ufer schwappte.

Wetter-Aussichten versprechen keine Besserung

  Auch in Köln-Niehl steht der Rhein bereits am Sonntag sehr hoch.

Auch in Köln-Niehl steht der Rhein bereits am Sonntag sehr hoch.

Foto: Hauser

Verursacht werden die steigenden Pegel durch Schmelzwasser, aber vor allem auch durch die anhaltenden Regenfälle. Und die hören in den kommenden Tagen erst einmal nicht auf, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte: „Längere trockene Phasen erwarten wir erst zum Wochenende oder in der kommenden Woche.“ Derzeit herrsche in NRW mildes Winterwetter bei neun bis zwölf Grad. Dazu kämen Winde und immer wieder schauerartige Regenfälle. Auch am Mittwoch wird eine ähnliche Wetterlage erwartet. „Wie viel Regen dann fällt, ist bei Schauern nur schwer vorherzusagen“, so der DWD-Sprecher, „Im Flächenmittel liegen wir da derzeit bei circa fünf bis sieben Litern pro Tag und Quadratmeter.“ Da die Böden momentan gut mit Wasser gesättigt seien, fließe ein Großteil des Regens direkt in die Flüsse. „Das Tauwasser aus NRW ist kein großes Problem, nur vereinzelt im Sauerland liegt überhaupt noch etwas Schnee“, sagte er. „Aber aus dem Süden Deutschlands könnte da noch etwas kommen.“ Für Mittwoch meldet der Deutsche Wetterdienst wiederholt schauerartige Regen für NRW.

Hochwassergefahr steigt deutschlandweit

Auch in anderen Teilen Deutschlands droht vielerorts Hochwasser: Die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz warnt ebenfalls vor den steigenden Pegeln in NRW und an den Rheinzuflüssen Lahn, Sieg und Nahe. „Die Höchststände am Niederrhein werden nach derzeitigem Stand für das kommende Wochenende und den Anfang der nächsten Woche im Bereich eines zweijährlichen Hochwassers prognostiziert“, heißt es dort. Die Unsicherheiten seien aufgrund der zeitlichen Entfernung aktuell aber noch sehr groß.

Am Oberrhein sieht die Situation infolge von Schneeschmelze und Regen jedoch schon etwas dramatischer aus. Dort steigen die Wasserstände seit Sonntag deutlich an. Im Verlauf der Woche könne der Pegel so hoch steigen wie seit fünf Jahren nicht. „Ein zehnjährliches Hochwasser kann jedoch nicht komplett ausgeschlossen werden“, heißt es weiter im Hochwasserbericht.

Erste Maßnahmen in Düsseldorf

In Düsseldorf steht der Rhein am Dienstag bei 5,79 Metern. Laut Vorhersage könnte die Marke von sechs Metern am Mittwoch erreicht werden. Erste Maßnahmen zum Schutz leitete die Stadt Düsseldorf aber bereits ein. So sollen voraussichtlich ab Mittwoch die Auslassschieber der Düssel im Bereich der Altstadt geschlossen werden, um zu verhindern, dass das Rheinwasser in die Stadt fließt. Zudem solle am Donnerstag ein Hochwassertor im Stadtteil Hamm am Rhein geschlossen werden.

Hochwassermarke eins in Köln errreicht

Nachdem am Pegel Köln am Dienstagmorgen die Schifffahrts-Hochwassermarke eins von 6,20 Metern erreicht wurde, stiegen die Pegelstände am Nachmittag laut dem Hochwasserportal des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen weiter an.

Für die Schifffahrt auf dem Rhein gelten damit Einschränkungen, wie etwa eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern. Dass der Pegelstand die Schifffahrts-Hochwassermarke zwei von 8,30 Metern erreicht, die Schifffahrt also eingestellt werden müsste, schloss ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Rhein aber aus.

Bereits ab einem Pegelstand von 4,50 Metern werden in Köln erste Schutzmaßnahmen vorgenommen. Bürger in Köln und weiteren Städten können Kostenpflichtiger Inhalt mithilfe des Hochwasserchecks herausfinden, wie gut ihr individuelles Wohngebäude geschützt ist und welche Gefahr dort konkret droht.

Insbesondere das Wetter dürfte zu weiter steigenden Pegelständen beitragen. Für Mittwoch meldet der Deutsche Wetterdienst wiederholt schauerartige Regen für NRW.

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